Neues aus dem Darknet

Aus einer Newsgroup für angehende Revolutionäre.

HiddenGeneral schreibt:

„Ich wollte mal eure Meinung dazu hören, ob es eurer Ansicht nach bald in Deutschland eine wirkliche Revolution geben wird?
Was würdet ihr davon halten?
Ich persönlich glaube, dass es eine Revolution geben wird. Ich weiß nicht in welche Richtung, aber so weit sind wir doch garnicht
mehr davon entfernt, oder?“

Offensichtlich hat der Verfasser „Hiddengeneral“ das Handbuch für Revolutionäre verloren. Newsgroup Schreiber, Balu der Bär kann helfen:

„Das hängt davon ab, ob du eine Revolution willst und auch mitgestaltest.“

Montgolfiadeende

Wird Deutschland von Einwanderern überrannt?

Das Abschneiden der AFD bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern gestern beweist einmal mehr, wie leicht Menschen zu manipulieren sind. Die gesamte Strategie der Rechtspopulisten im Vorwahlkampf bezog sich auf die Flüchtlingsfrage, bzw. der angeblichen Überbevölkerung durch Migranten und Flüchtlinge.

Dabei sind letzten Jahr in Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal 23.000 Menschen zugewandert – und das bei einer Einwohnerzahl von 1,6 Mio. Menschen. Nicht mal 1,5 Prozent der Einwohner, nicht mal so viele Menschen, wie Zuschauer in einem Fußballstadion bei einem Bundesligaspiel.

Fakten statt Vorurteile

Ein gängiges Klischee lautet: Das Boot sei voll, es brauche eine Begrenzung des Zustroms der Zuwanderung nach Deutschland. Stimmt das wirklich? Werden wir von Einwanderern überrannt? Nehmen uns die Migranten gar die Arbeit weg und somit die Grundlage unseres Wohlstands?

Zuwanderung ist kein neuzeitliches Phänomen, In den 1960er Jahren entwickelte sich Deutschland binnen kurzer Zeit zum Einwanderungsland. In der Spitze kamen 800 000 Menschen jährlich nach Deutschland. Ohne diese Zuwanderung wäre das „deutsche Wirtschaftswunder“ nicht möglich gewesen.

In den neunziger Jahren wurden die Grenzen durchlässiger. Die Menschen flüchteten aufgrund von Kriegen oder prekären Situationen aus Jugoslawien, Asien, Afrika, der damaligen Sowjetunion und der ehemaligen DDR. Mit dem Mauerfall 1989 kamen in den darauffolgenden Jahren 1,5 Mio Menschen ins Land, alleine 1992 über ca. 850.000.

Zum Jahresende 2015 registrierte das Statistische Bundesamt eine Zuwanderung von 2 Mio. Menschen, bei 860.000 Abwanderungen. Daraus ergibt sich ein Wanderungssaldo von 1,14 Millionen ausländischen Personen.

Hinzu kommt: Die Zuwanderer kommen, um zu arbeiten und tun dies auch. Bei den aus den osteuropäischen Ländern kommenden Migranten (Bulgarien und Rumänien) verfügen 19% über einen akademischen Abschluss; das sind durchschnittlich mehr als in der Gesamtbevölkerung Deutschlands (14 %).

Viele Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten arbeiten in Deutschland in Pflegeberufen (Polen), umso wichtiger, weil der Anteil der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland stetig steigt.

Seit 1972 gibt es in Deutschland mehr Sterbefälle als Geburten. Im Jahr 2015 sind in Deutschland 738.000 Kinder zur Welt gekommen, demgegenüber stehen 925.000 Sterbefälle. Ohne Zuwanderung würde Deutschland also auf Dauer aussterben.

Mehr noch: das Institut für Arbeitsmarktforschung hat errechnet, das nur bei einer kontinuierlichen jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Menschen, sich die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter in Deutschland stabilisieren ließe. Nur so könne Deutschland der Demografiefalle entgehen.

Der promovierte Ökonom Henrik Müller hat sich der Vorurteile aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht genähert und kommt zu überraschenden Ergebnissen.
So schreibt Müller in seinem 2014 erschienenen Buch „Wirtschaftsirrtümer“, dass „16 Prozent der Deutschen im Jahr 2013 die Zuwanderung für eines der größten Probleme sehen würde.“ 3 Prozent waren nach eigenen Angaben allerdings überhaupt betroffen. (siehe Mecklenburg Vorpommern)

Der typische Gerüchte – und Vorurteilsstrudel also, genährt durch Stammtischwissen, populistischen Politikern und Schlagzeilen in unverantwortlichen Boulevardblättern. (siehe Burkaverbot)

Prof. Dr. Müller wird noch deutlicher: „Ohne Zuwanderung wären die ökonomischen Aussichten für Deutschland düster. Das Wachstum würde in den nächsten Jahrzehnten gegen null schrumpfen [..] Investoren würden Deutschland meiden, sodass auch ansässige schlechtere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten hätten.

Die Sozialversicherungen gerieten in noch größere Finanzierungsprobleme. Die Innovationskraft würde erlahmen, Wissenschaft und Kultur in einer alternden und abgeschotteten Gesellschaft veröden.“

Henrik Müller verschweigt nicht die Probleme die eine Immigration mit sich bringen kann: Soziale Brennpunkte mit erhöhter Kriminalität, Platzmangel in den Ballungszentren.
Die Politik selber allerdings leistet den Problemen Vorschub: „ Asylbewerber werden von Behörden und Politik nach Kräften am Arbeiten gehindert“, schreibt Müller.

Der Grundbaustein für eine erfolgreiche Integration ist nun mal Arbeit.

Und – die beharrliche Weigerung der Anerkennung und Regelung eines Einwanderungslandes verkomplizieren eine vernünftige Integration zusätzlich.

Politiker wollen gewählt werden; Trotz der nachgewiesenen Notwendigkeit von Zuwanderung bedienen sie sich deshalb der Vorurteile von Teilen der Bevölkerung.

Zuwanderung ist also nicht das Problem, sondern die Lösung für Deutschlands Demografieproblem; sie muss nur in Einwanderungsgesetzen vernünftig geregelt werden.


Quellenangaben:
Statistisches Bundesamt.
Bundeszenrale für politische Bildung
Dokumentationszentrum Migration
Institut für Arbeitsmarkt – und Berufsforschung
Henrik Müller – Wirtschaftsirrtümer

Wahr und Unwahr XII

Wahr ist, dass unser Innenminister schärfere Gesetze zur Überwachung der Bevölkerung auf den Weg bringen will.
Unwahr ist, dass er als Argumentationshilfe einmal in der Woche den Notstand ausrufen lassen will.


Wahr ist, dass die Bundesregierung eine Vollverschleierung von Frauen verbieten lassen will.
Unwahr ist, dass die katholische Kirche vorsorglich Verfassungsbeschwerde eingelegt hat.


Wahr ist, dass Thomas de Maiziere Kameras mit Gesichtserkennungssoftware an belebten Orten installieren lassen will. Wahr ist auch, dass diese Gesichtserkennungssoftware sogar Emotionen erkennen kann.
Unwahr ist, dass der Bundesinnenminister in dem Fall auf die Gesichtserkennung verzichten will, da er befürchtet, aufgrund fehlender Emotionen täglich verhaftet zu werden.

Große Klappe

In der Bundesrepublik gibt es ca. 45 Mio. zugelassene Autos. Ein Großteil davon dürften Kombis sein. Wiederum ein Großteil ältere Baujahre, die exakt der Marke, der Farbe und dem Aussehen meines Autos entsprechen.

Aussehen ist dabei relativ, ich jedenfalls sehe kaum noch Unterschiede in Formsprache und Design, was insbesondere die Findbarkeit auf Parkplätzen zuweilen beeinträchtigt.

Letztendlich hilft der Funkschlüssel bei der Suche; das Auto was nach Drücken des Funkschlüssels aufgeht, ist auch meist das meine.
Am Freitag jedenfalls stehe ich vor der Heckklappe [m]eines Kombis und versuche mit immer zunehmend hektischen Öffnungsversuchen, das Schloss zur Aufgabe des sperrigen Verhaltens zu bewegen.

Nach ca. drei Minuten ergebnislosen Drückens des Funkschlüssels bei gleichzeitig beherztem Reißen an der Heckklappe und wiederholtem Fluchen über die „Dreckskarre“, höre ich links hinter mir den Satz:“ Wenn die Heckklappe nicht aufgeht, hat das durchaus seine Berechtigung, das ist nämlich mein Auto.“