Einführung in das Verkehrsrecht

Mrs. L ist in die Falle getappt. In die Verkehrsfalle. In diesem Zusammenhang in Form einer gesperrte Straße mit Präsenz der Ordnungshüter vor Ort. Ausgerechnet die Straße, die sozusagen als Heimweg für uns seit Jahrzehnten gesetzt ist. Nun ist die Sperrung nichts Neues. Die Straße ist ein besserer Feldweg, der von den Behörden aufgrund der Verkehrssicherungspflicht gesperrt worden ist. Anlieger indes haben ein „Wegerecht“, der die ordnungswidrigkeitsfreie Nutzung bis nach Hause ermöglicht.

Allein – unser Haus liegt hinter dem Schild, das heißt, rein rechtlich sind wir keine Anlieger mehr. Ich selber hatte das bereits durch die Zahlungen mehrerer Bußgelder praktisch erfahren müssen. Mein Hinweis, dass eine verkehrssrechtliche Tatsache nicht dadurch außer Kraft gesetzt werde, dass man sie nicht befolgt, ließ Mrs. L mit dem Hinweis, man dürfe sich nicht alles gefallen lassen, nicht gelten.

Letztendlich hielten meine Feststellungen Mrs. L nicht davon ab, eigene Erfahrungen zu sammeln. So kam, was kommen musste und gestern demonstrierte die Ordnungsmacht ihren Handlungswillen und forderte für die Ordnungswidrigkeit des Befahrens einer für den Autoverkehr gesperrten Straße 50 Euro Bußgeld.

Mrs. L hingegen demonstrierte gegenüber der Exekutiven ihre Renitenz und versuchte sich in juristischer Argumentation und das mit Nachdruck. Geholfen hat das alles nicht. Statt eines Bußgelds erwartet Mrs. L nun eine Anzeige – ich vermute anhängend eine Vorladung wegen Insubordination und ungebührlichem Verhalten gegenüber dem Rechtsstaat.

Zitate 2021

Wie jedes Jahr die Zitate, die in bemerkenswerter Weise hängengelieben sind.

«Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.»
– Angela Merkel, Altbundeskanzlerin –

«Bescheidenheit bei der Entsorgung von Personen ist unangebracht.»
– Jörg Meuthen, AfD –

“Also, ich würde mich zu der gehobenen Mittelschicht zählen.”
Multimillionär und CDU-Chef Friedrich Merz –

Tagebuch des Henkers Franz Schmidt

Wenn von Tötung die Rede ist, muss das nicht zwangsläufig auch etwas mit Mord zu tun haben. Schließlich war es auch in der BRD durchaus üblich, Menschen hinzurichten. Erst 1949 wurde die Todesstrafe abgeschafft. Im 16 Jahrhundert war die Todesstrafe ganz oben auf der Tagesordnung. Auch Verstümmelungen und Auspeitschungen waren üblich. Schwor man beispielsweise einen Meineid und wurde überführt, konnte das schon mal drei Finger kosten, den ein Henker dem Überführten abhackte. Auch das Abschneiden der Ohren war durchaus üblich.

Henker oder auch Nachrichter war kein ehrbarer Beruf. Meist wurde von der Obrigkeit jemand aus dem Volk bestimmt und so für Generationen verpflichtet, Exekutionen oder Amputationen durch das Schwert oder Beil vorzunehmen. Der Henker war zwar Staatsdiener mit durchaus gutem Gehalt, musste aber zumeist am Dorfrand in einer Dienstwohnung wohnen und durfte fortan keinen anderen Beruf mehr ausüben. Der Henkersjob war ein unehrenhafter Beruf, nichts desto trotz konnte man es in dem Beruf zum Meister bringen.

Obwohl das Lesen und Schreiben für einen Henker eher unüblich war, gibt es doch Aufzeichnungen schriftlicher Art aus der Zeit des Spätmittelalters. Der Scharfrichter Franz Schmidt aus Nürnberg führte von 1573 bis 1617 ein detailliertes Verzeichnis der von ihm vollzogenen Strafen.

Franz Schmidt kämpfte im Übrigen zeitlebens darum, den Makel seines Berufs abzustreifen und sich und seine Familie von der sozialen Ächtung zu befreien. Das gelang ihm tatsächlich im Jahre 1593, als er das Nürnberger Bürgerrecht erlangte.

Durch seine praktisch erworbenen Kenntnisse in Anatomie, war er nach seiner Pensionierung noch als Arzt tätig. Die Eintragungen waren indes eher Aufzählungen als Erzählungen, zudem schrieb der Henker aufgrund fehlender Schulbildung nach Gehör.

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Grünkohlzeit

Wenn es so etwas wie ein Nationalgericht im Sauerland gibt, dann ist das zumindest ab November und der ersten Frostphase der Grünkohl. Nicht zu verwechseln ist der Sauerländer Grünkohl mit dem Grünkohlgericht der Norddeutschen: Grünkohl und Pinkel. Im westfälischen Sauerland bestellt man erstens nur Grünkohl und stellt zweitens fest, dass die Fleischlast auf dem Grünkohlgericht eindeutig die Oberhand hat.

Der Grünkohl selber hat mehr eine Alibifunktion. Manch einer behauptet gar, die riesigen Fleischmengen aus Wurst und Fleisch, die den Grünkohl einer Haube nicht unähnlich bedecken, dienten als Warmhalter für den Grünkohl, der sichtbar wird, wenn geneigter Grünkohlesser drei Kilo Fleisch und Wurst vom Teller gegessenen hat.

Man kommt auch gar nicht drumherum, um den Grünkohl meine ich. Jedes Restaurant und jede Kantine, ja sogar jeder Koch oder jede Köchin zu Hause und die Schwiegermutter stellt ab Anfang Dezember die Tageskarte auf Grünkohl um.

Ich selber kam in dieser Woche BEREITS DREI MAL in den Genuss. Der Vorteil ist, dass nach erfolgreichem Verzehr des westfälischen Grünkohlgerichts die Sättigung ungefähr zwei Tage anhält. Der Nachteil ist, dass Sie sich zwei Tage kaum bewegen können. Am dritten Tag, Sie ahnen es, gibt‘s den nächsten Grünkohl zu Mittag.

Wenn Sie das alles bis Weihnachten mitgemacht haben und das Fest kulinarisch auch noch in vollen Zügen genießen, können Sie im Januar ihre alten Jeans ob der neu erworbenen Leibesfülle getrost entsorgen.

Ach so, Tipp für Anfänger: Sagen Sie nie, dass sie satt seien, denn dann lösen Sie den berühmten Grünkohlschluck aus und es gibt zu den Unmengen an fester Nahrung Unmengen an flüssiger Nahrung in Form von Aquavit.

Noch ein Tipp: Lassen Sie die Kartoffeln gleich ganz weg, die liegen eh nur wegen des Kontrasts auf dem Teller.

Bonjour tristesse

Meine Güte, das ist ja kaum auszuhalten mit dem ewigen Dunkel- und Regentagen aktuell. “Der November ist sicher der Monat der meisten Suizide”, schwadroniere ich bei einem Spaziergang mit Mrs. L. so vor mich hin. Die lässt sich in ihrem unerschütterlichen Optimismus überhaupt nicht von meiner fast schon depressiven Stimmung beeinflussen.

Letztendlich hätte alles sein Gutes, auch die Regentage im November. Das mag ja sein, aber Dunkelheit mit Regen, dazu die ständige Corona-Thematik, das kann einem schon die Laune verhageln. Mrs. L. versucht eine Aufmunterung und merkt an, dass ja bald Weihnachten wäre und da würden wir doch schön wieder mit der ganzen Familie zusammenkommen und wenn wir Glück hätten gäb’s sogar Schnee.

Beides ist nicht angetan dazu, meine Laune zu verbessern – ganz im Gegenteil. Der Vorschlag meinerseits eine zehnwöchige Quarantäne vorzutäuschen und einen Winterschlaf einzulegen kommentiert Mrs. L. mit nicht mehr als mit dem Hochziehen einer Augenbraue, um mich dann daran zu gemahnen, den Auftritt als Weihnachtsmann beim Familienanhang des jüngsten Netzkindes zugesagt zu haben.

Aus meiner Schulzeit ist mir blass erinnerlich, dass in der Mathematik bei direkter Verbindung zweier Variablen, sich der Wert einer bestimmten Variablen erhöht, wenn sich Wert einer anderen Variablen nach unten bewegt, oder so ähnlich.

Vielleicht sollte ich dieser Tage einfach mal Lotto spielen….