Bremen besichtigen

Mrs. L und ich sind ja gro­ße Fans von Städtetouren. In der letz­ten Woche ging es nach Bremen – und welch‘ Zufall – es war auch noch gera­de Weihnachtsmarkt. Das allei­ne war schon mäch­tig impo­sant, denn die Stadt schien von Beleuchtungszurückhaltung wenig zu hal­ten. Ich den­ke aber auch, das liegt viel­leicht dar­an, dass Bremen nicht eben arm ist. Jedenfalls hat­ten Mrs. L und ich uns auf die ver­schie­de­nen Sehenswürdigkeiten kon­zen­triert, der Weihnachtsmarkt war dann noch die Beigabe oben­drauf sozusagen.

Gesehen haben muss man auf jeden Fall das Schnoor-Viertel, das prak­tisch unver­än­dert seit dem 15. Jahrhundert Krieg und Abrissplänen zum Trotz inmit­ten der Altstadt Bremens besteht. Viele inter­es­san­te Lädchen haben sich hier in den engen Gängen des Viertels unter wun­der­schö­nen restau­rier­ten Häusern ange­sie­delt. Ein wei­te­res Highlight ist die Böttcherstraße, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, mit Backsteinarchitektur und zahl­rei­chen Kulturdenkmälern eine wei­te­re Touristenattraktion darstellt. 

Eingangsgeschäft zum Schnoor-Viertel

Von den zahl­rei­chen Museen in Bremen ist das Universum zu emp­feh­len. In die Themenbereiche Mensch, Natur und Technik unter­teil­te Exponate laden die Besucher zum Mitmachen und Erleben ein. In beson­de­rer Weise ist mir ein Erdbebenraum in Erinnerung geblieben. 

Ein als Wohnzimmer auf­ge­mach­tes Gebäude, wo der Besucher auf dem Sofa sit­zend ver­schie­de­ne Stärken eines simu­lier­ten Erdbebens mit­er­le­ben kann. Der schie­fe Raum, als Küche auf­ge­baut, ließ mich inso­fern erstaunt zurück, als das ich an der Wand ent­lang­han­gelnd schwin­de­lig den Ausgang gesucht habe. Optische Täuschungen, phy­si­ka­li­sche Experimente und Simulationen las­sen jeden­falls kei­ne Langeweile aufkommen. 

Umzug zu Mastodon

Ist es wich­tig bei Twitter, Instagram und Co zu sein? Nein ist es nicht, aber manch­mal ganz wit­zig. Mal davon abge­se­hen, dass uns daten­schutz­tech­nisch auf den Sozialen Netzwerken die Hosen aus­ge­zo­gen wer­den, erstreckt sich aller­ding der der Mehrwert ansons­ten doch eher auf eine Handvoll lesens­wer­ter Beiträge. 

Nachdem sich nun Twitters neu­er Chef Elon Musk auf­führt wie Rumpelstilzchen auf Speed, habe ich mich ent­schlos­sen nach Mastodon zu wech­seln — Open Source und Werbefrei. 

Wahr und Unwahr

Wahr ist, dass die CDU hef­ti­ge Kritik am neu­en Bürgergeld übt, weil die Christdemokraten der Auffassung sind, mit den gewähr­ten 500 Euro monat­lich gäbe es kei­nen Anreiz mehr, sich eine Arbeit zu suchen.

Unwahr ist, dass alle vom Bürger durch Steuern ali­men­tier­ten poli­ti­schen Ruheständler unter 65 Jahren ab sofort auf ihre Gelder ver­zich­ten, um sich einen Job zu suchen.

Wahr ist, dass mili­tan­te Klimaschützer auch vor der Inkaufnahme der Zerstörung von Kunstwerken nicht halt machen.

Unwahr ist, dass die sich ange­kleb­ten Klimaaktivisten als Strafe in der Zeit der Reparatur der Kunstwerke am Ort des Frevels fest­ge­klebt blei­ben sol­len, um als Ersatzkunstwerk zu dienen.

Wahr ist, dass die Grünen die beweg­lichs­ten Wendehälse im poli­ti­schen System der Bundesrepublik sind und das die Partei ins­be­son­de­re in Fragen des Militarismus eine erstaun­li­che Wandlungsfähigkeit besitzen.

Wahr ist auch, dass das in den USA wohl­wol­lend gese­hen wird.

Unwahr ist, dass die neu ent­deck­te Kriegsverherrlichung der Grünen zukünf­tig mit lus­ti­gen Videos beglei­tet wer­den soll und als Reminiszenz an alte Zeiten der eins­ti­gen Friedenspartei in den Gewehrläufen bei Nichtnutzung Gänseblümchen ste­cken sollen. 

Kirmeszeit

Seit Jahren sind Mrs. L und ich schon nicht mehr auf einer Kirmes gewe­sen, bis ges­tern. Mrs. L bestand auf einem Besuch der Lippstädter Herbstkirmes. Vorsorglich wies ich Mrs. L dar­auf hin, dass die Bewegungen hydrau­lik­be­trie­be­ner Kirmesmaschinen und eine begin­nen­de Auflösung struk­tu­rel­ler, ehe­dem geord­ne­ter Strukturen in eine amor­phe Masse, die der Körper ana­log zum Alter so mit sich bringt, nicht zusammenpassen. 

Mrs. L glaub­te mich mit den Worten: »Wir wer­den schon was fin­den, wo Du lebend wie­der raus­kommst« beru­hi­gen zu kön­nen. Weit gefehlt. 

Auf dem Kirmesplatz ange­kom­men, steu­er­te ich ziel­stre­big, Mrs. L an der Hand, das mir am ver­trau­ens­voll erschei­nen­de Karusell an. Indes, beim Näherkommen ent­pupp­te sich das Ding nur für die Allerkleinsten; ein Schild am Eingang wies auch ein­drück­lich dar­auf hin: Nur für Kinder bis zum 6. Lebensjahr. 

Mrs. L hin­ge­gen schien sicht­lich begeis­tert, wohl weni­ger ob der Karusellvielfalt, als der Tatsache, dass ich immer ner­vö­ser die Karusellmaschinen begut­ach­te­te, die offen­sicht­lich dazu gedacht waren alte Leute dau­er­haft zu ver­bie­gen und die Einnahmequelle sämt­li­cher ansäs­si­ger Orthopäden im Umkreis waren. 

Schon Hegel wuss­te, dass die Vernunft die Welt beherrscht. In unse­rem Fall in Form einer Chinabude, die köst­li­che Nudelgerichte zu klei­nen Preisen anbot und der Einsicht, zuguns­ten eines Essens auf ande­re Kirmesaktivitäten zu verzichten.