Wahr und Unwahr L

Wahr ist, dass Armin Laschet keinerlei Überzeugungen, Ideen oder Pläne für die Zukunft der Bundesrepublik mit ihm als möglichen Kanzler hat.

Unwahr ist, dass ihn das aus dem Grund nach der verlorenen Wahl in einer weiteren Koalition von SPD und CDU zum Verkehrsminister qualifiziert.

Wahr ist, dass Außenminister Maaß die größte Fehleinschätzung und Peinlichkeit seines Lebens offenbart hat.

Unwahr ist, dass das seine Slim-Fit Anzüge betrifft



Wahr ist,
dass Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer etwas vom Kuchenbacken versteht.

Unwahr ist, dass die Politik erkannt hat, dass das ihre einzige Fähigkeit ist.

Wahr ist, dass der ehemalige Fraktionschef der AFD, Uwe Junge, Mitglieder und Sympathisanten der radikalen Rechtsauslegerpartei als blökende Stammtischproleten bezeichnet hat.

Unwahr ist, dass die Charakterisierung der AFD-Wähler und AFD-Symphatisanten ein Geheimnis war.

Salami ohne Brot

Das jüngste Netzkind überrascht mit profunden Kenntnissen in Verhaltensbiologie. Jüngst bei uns zu Besuch meldet das Kind Hunger an. Hunger heißt in dem Fall meist ein Brot mit Salami, die ich natürlich nach einem dezenten Hinweis meiner Großnichte da habe. Unmissverständlich machte sie mir damals klar, dass etwaige Besuche von ihr vom Salamivorrat in unserem Kühlschrank abhingen.

Seitdem bemühe ich mich, den begehrten Wurstaufschnitt als Brotbelag zu bevorraten.

Nach Erteilung genauer Anweisung, nämlich der exakten Schichtdicke der Butter und des aufgrund fehlender Schneidezähne unbedingt einzuhaltenden Formschnitt des Brotes, gab‘s das obligatorische Stück Salami vorab für das Netzkind und mich auf die Hand.

Nicht so ganz unbemerkt, wie ich erhofft hatte. Die Mutter des Netzkinds bemerkte leicht verärgert, dass ihre Erziehung durch solche Methoden ständig untergraben würden und ich es auch damit nicht besser mache, höchst selbst Salami ohne Brot zu verspeisen.

Das Netzkind verteidigt uns mit einem Augenzwinkern und erklärt kurzerhand die Wissenschaft der vergleichenden Verhaltensforschung zur Ursache des ungebührlichen Gebarens: »Das ist bei uns so, wir können nix dafür, wir sind ja auch schließlich verwandt.«

Wahr und Unwahr XLIX

Wahr ist, dass die Taliban Afghanistan zurückerobern.

Unwahr ist, dass die Rekordgeschwindigkeit beim Zurückerobern vor allem auf den Neubau der Infrastruktur zurückzuführen ist.

Unwahr ist auch, dass Haibatullah Akhundzada, Anführer der Taliban in Afghanistan, gesagt haben soll: »Straßen bauen, dass können die Deutschen wie kein anders Volk der Welt, مہربانی.«

Wahr ist, dass Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder gegen das Aus der Currywurst in einer Kantine bei VW protestiert.

Unwahr ist, dass Kumpel Putin VW aufkauft, um die Produktion komplett auf Currywürstchen umzustellen.

Wahr ist, dass die Energiewende mit der Elektrifizierung des Verkehrs, des Heizbedarfs und der voranschreitenden Digitalisierung einen Mehr-Strombedarf von ca. 100 Milliarden Kilowattstunden nach sich zieht.

Unwahr ist, dass alle europäischen Nachbarn sich bereits die Hände reiben, noch mehr von ihrem Atom – und Kohlestrom zu deutlich höheren Preisen nach Deutschland zu verkaufen.

Unwahr ist auch, dass Frankreich angeboten hat, auf eine Preiserhöhung ihres gelieferten Atomstroms zu verzichten, wenn Deutschland im Gegenzug Frankreichs Atommüll entsorgt.

Mrs. L wird kreativ

Nach ein paar freien Tagen, die neben der Erholung der Ausführung lang Liegengebliebenes dienen sollten, entdeckt Mrs. L ihre künstlerischen Ambitionen. Das ist nichts Neues und auch ich werde meistens in den kreativen Prozess mit einbezogen, wenn auch nur als Materialbeschaffer oder Statist. In diesem Fall rief Mrs. L von der Flurtreppe in den Keller, wo ich den Heizungskeller sanierend auf allen vieren gerade dabei war, die Fliesenarbeiten im Heizungskeller abzuschließen, nach meinerseitigem Gebrauch von ein paar Schuhen auf dem Dachboden.

In der Fugenmasse liegend deutete ich die Frage nach lange ungenutzten Schuhwerk von mir als Zuordnung derselben zur Reststoffverwertung, schließlich werden Aufräumarbeiten in der Prioritätenliste namentlich mit meinem Namen verbunden und mit dem Satz entschuldigt: „Das wolltest Du doch sowieso nicht mehr anziehen, oder?“

Eingedenk der Tatsache, beim Versuch des Nachschauens, welche Schuhe von mir nun vermeintlich entsorgt werden sollten, das gesamte Treppenhaus mit anhaftender Fugenmasse zu versauen, beeilte ich mich der Beseitigung des auf dem Dachboden gelagerten Schuhwerks zuzustimmen.

Meine Schuhe sollten allerdings mitnichten der Abfalltonne zugeordnet werden, wie ich später erfuhr. Dienlich waren sie eher der kreativen Ader von Mrs. L.

Im Endergebnis des Kreativprozesses sitzt nun eine Figur auf unserer Gartenbank, der freilich der Oberkörper fehlt.

Schöpferisch zu sein gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen, es fördert die Sinneswahrnehmung und Kreativität der rechten Hemisphäre.

Allerdings nur bei Mrs. L., bei mir löst es eher einen Schluckauf im limbischen System aus: Ich erschrecke mich jedes Mal beim Anblick der sitzenden unteren Körperhälfte mit meinen Schuhen.