Wahr und Unwahr XLVII

Wahr ist, dass Altbundeskanzler Schröder eine Entschädigung von 22.000 Euro an den Ex-Mann seiner jetzigen Gemahlin zahlen soll.

Unwahr ist, dass Schröder sich mit seinem Vorgänger auf eine Ratenzahlung geeinigt haben soll.

Wahr ist, dass die gendergerechte Sprache nicht nur bescheuert aussieht, sondern bei der Aussprache auch so klingt.

Unwahr ist, dass die Beidnennung der Geschlechter, die es bereits seit dem 15. Jahrhundert gibt, nur deshalb abgelehnt wird, weil man damit niemanden so schön ärgern kann.

Wahr ist, dass Gesundheitsminister Jens Spahn in der Zeit der Pandemie viel versprochen und weniger gehalten hat.

Unwahr ist, dass Luxusminister Spahn in Zukunft einem neu geschaffenen Ankündigungsministerium vorstehen soll.

Vergangenheit zum Leben erwecken

Heinrich der VIII hat ja bekanntermaßen seinerzeit das Scheidungsrecht revolutioniert. Wenn ihm seine Ehefrauen zu langweilig wurden, hat er sie einfach einen Kopf kürzer gemacht. Dagegen konnte auch die katholische Kirche nichts haben, Ehescheidungen standen zwar auf dem Teufelsindex, wenn der König eine Hinrichtung aussprach, war das wohl so etwas wie ein Missgeschick für den Delinquenten.

Ganze sechs Ehen durchlief Heinrich, von denen zwei durch Annullierung beendet wurden, nämlich die der ersten Gemahlin Katharina von Aragon und die vierte Gattin Anna von Kleve.

Zwei weitere Ehefrauen, Anne Boleyn und Catharine Howard, ließ Heinrich kurzerhand hinrichten.

Jane Seymour starb mit nur 26 Jahren nach der Geburt des einzigen Sohnes Heinrich VIII. Die letzte Ehefrau in der langen Reihe schließlich, Catherine Parr überlebte ihren Ehemann, wenn auch nur für ein Jahr.

Heinrichs Frauen waren alle hübsch, so man das für die Zeit des 16 Jahrhunderts sagen kann. Die Grafikdesignerin Becca Saladin hat mittels Photoshop illustriert, wie wohl Heinrichs Gattinnen mit heutigen Frisuren, Make-Up und Kleidung aussehen würden. Herausgekommen ist ein sehenswertes Video.

Auf ihrer Instagram Seite @royalty_now präsentiert die Künstlerin noch mehr erstaunliche Verwandlungen.

Gegen die Strömung

Die erste LP war ein Flop. Ich hab’ sie trotzdem in meiner Sammlung.
Dass er mal so alt werden würde, hatte er für sich wohl am wenigsten erwartet. Udo Lindenberg, Rockpionier deutscher Texte und Idol meiner Generation wird morgen 75.

Musikalisch ließ sich Udo nie in eine Ecke drängen, vom Deutschrock zur Ballade, vom harten Beat zum Bluesrock oder Rock‘n Roll. Egal welche Musikrichtung – immer war Lindenberg seiner Zeit voraus. Den Rechtsruck in der Gesellschaft hatte er bereits musikalisch thematisiert, als das das Problem des Rechtsradikalismus im Bewusstsein der meisten Bundesbürger überhaupt noch nicht angekommen war.

Texte von Berthold Brecht, Zarah Leander, Friedrich Hollaender oder der Knef hat er musikalisch neu interpretiert. Nicht zu vergessen Marlene Dietrich, die auf dem Album Hermine zu hören ist und Udo Lindenberg kurz vor ihrem Tod als Erinnerung jeden Tag zu leben als wär’s der letzte, einen Ring mit der Zahl sieben geschenkt hat.

Udos Kompositionen ließen selbst hartgesottene Rockerherzen schmelzen wie Eis in der Sonne. Lieder wie »Baby wenn ich down bin«, wurden Hymnen.

Unvergessen die Säuferballaden »Lady Wiskey« und ganz besonders »Unterm Säufermond«.

Dazu bei Liveauftritte die Bühnenshows, die ihresgleichen suchten. Man denke an die Rockrevue zum Auftakt der Dröhnland Symphonie, inszeniert von Peter Zadek. So etwas hatte man bis dahin in Deutschland noch nicht gesehen. Zum 70zigsten lud Udo u.a. in die Veltins-Arena auf Schalke. Eierlikörchen inklusive.

Und auch bei diesem Konzert zeigte Lindenberg eine Show, die Theatergott Zadek zur Ehre gereicht hätte. Seine Konzerte waren intergalaktisch. Udos schnoddrige Art täuscht – er ist Perfektionist. Gerüchten zufolge hat der Sänger die bombastischen Bühnenshows in den Anfängen seiner Karriere lieber selbst bezahlt, als auch nur auf ein ihm wichtiges Detail zu verzichten.

Das letzte Album kam 2016 auf den Markt. Einmal mehr hatte Lindenberg sich neu erfunden, die Kritiker lobten das Album überschwänglich. Älter, reifer, nachdenklicher und sinnlicher aber immer noch mit feinsinnigem Humor, wie in dem Lied »Wenn die Nachtigall verstummt« auf dem Album »Stärker als die Zeit«, oder sinnlich wie mein persönlicher Favorit »Durch die schweren Zeiten«.

Knapp 50 Alben hat Udo Lindenberg produziert. Alles Gute und auf das die Nachtigall noch lange nicht verstummt.

Wärmer

Hier im Sauerland hat’s ja letzte Woche noch geschneit, bevor sich gestern mit aller Macht und Temperaturen um 27 Grad der Frühling breit gemacht hat. Im Moment scheint sich das Wetter auf der Normalskala einzupendeln.

Kategorien HDR