Stasi 2.0

Wer tat­säch­lich glaubte, dass ein Werkzeug das dem Staat zur Ver­fü­gung ste­ht, auch tat­säch­lich in den ver­fas­sungsmäßi­gen Gren­zen einge­set­zt würde, obwohl es mehr kann, der ist jet­zt eines Besseren belehrt. Der durch den CCC aufgedeck­te Skan­dal des Staat­stro­jan­ers zeigt ein­mal mehr, wie wichtig es ist, sich gegen allzu neugierige Schnüf­feleien des Staates zur Wehr zu set­zen, bzw wach­sam zu sein. Einen Tro­jan­er zu pro­gram­mieren, der in der Lage ist, Schad­soft­ware nachzu­laden, um bsp­ws das Mikro oder die Web­cam auf dem heimis­chen PC einzuschal­ten und den Nutzer auszus­pähen ist schlicht und ein­fach krim­inell und wenn es staatliche Organe sind, die sich dessen bemächti­gen, dann darf das unges­traft auch als Staatskrim­i­nal­ität beze­ich­net wer­den, wie Herib­ert Prantl in der Süd­deutschen richtig schreibt.

Der CCC merkt in sein­er Analyse der Regierungs Mal­ware an [.pdf-Datei], dass sie hocher­freut sind, „daß sich für die moralisch frag­würdi­ge Tätigkeit der Pro­gram­mierung der Com­put­er­wanze keine fähiger Experte gewin­nen ließ und die Auf­gabe am Ende bei stu­den­tis­chen Hil­f­skräften mit noch nicht entwick­el­tem fes­ten Moral­fun­da­ment hängenblieb.“ 

Das mag für den Experten eine Beruhi­gung sein, für alle anderen dürfte ein laien­haftes dig­i­tales Ein­bruch­swerkzeuges in Staat­s­hand wohl eher ein Hor­rorszenario sein, selb­st für die unbelehrbare Masse, die solcher­lei Ausspähun­gen des Staat­sap­pa­rats bish­er mit der lap­i­daren Aus­sage: „Ich hab nichts zu ver­ber­gen“, abge­tan hat. 

Außer­dem – wer so naiv ist und seine krim­inellen Machen­schaften auf dem heimis­chen PC abspe­ichert, vor dem braucht sich die Gesellschaft wohl weniger zu fürcht­en, als vor einem Staat, der sich nicht um die Grun­drechte schert. 

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