Das Messer

Wer mit dem Flugzeug an den bevorzugten Urlaub­sort fliegt, weiß, dass die Kon­trollen und Sicher­heits­bes­tim­mungen seit ein paar Jahren erhe­blich ver­schärft wor­den sind. Ms. L und mir war das bekan­nt und so haben wir bei­de am Abend vor dem Abflug sämtliche Taschen umgekrem­pelt, um etwaige Ver­stöße beim Sicher­heitscheck am Flug­platz zu vermeiden.

Feuerzeuge, Stre­ich­hölz­er, Par­füm­flaschen mit Inhalt sind ver­boten. Natür­lich auch Waf­fen jeglich­er Art, dazu zählen auch Taschen­mess­er. Reinen Gewis­sens übergeben wir uns und unser Gepäck am Flughafen der Secu­ri­ty, die uns nach Ganzkör­per­scan und nochma­ligem Abtas­ten passieren lässt. Alles in Ord­nung – fast jeden­falls. Am Ende des Trans­port­bands für das Bor­dgepäck angekom­men, sehe ich nach dem Ver­schwinden des Ruck­sacks von Ms. L durch die Rönt­gen­schleuse, hek­tis­che Hand­be­we­gun­gen und das Zeigen auf den Monitor. 

Offen­sichtlich stimmte etwas mit unserem Gepäck nicht. Er müsse den Ruck­sack durch­suchen, der Scan­ner zeige einen länglichen Gegen­stand an den er nicht zuord­nen könne, teilt mir der Sicher­heits­mann mit. Ms. L und ich nick­en zus­tim­mend. Nach einigem Suchen, nochma­ligem Rönt­gen und wieder­holtem Durch­suchen des Ruck­sacks find­et der Mann unter dem Boden ein Mess­er aus alten Armeebestän­den, dass ich Ms. L sein­erzeit geschenkt hat­te. Die zeigt sich sogle­ich erfreut über den Fund des ver­meintlichen Ver­lustes. Das Sicher­heitsper­son­al ist weniger erfreut und teilt Ms. L und mir mit, dass der Tatbe­stand des Schmuggelns von Messern, ger­ade dieses Messers, ein Fall für die Bun­de­spolizei wäre, denen man den Fall jet­zt übergeben müsse. Ms. L ist ins­beson­dere empört, sich als Fall am Flug­platz beze­ich­nen lassen zu müssen. 

Lei­der haben die Bun­de­spolizis­ten an einem Flughafen wenig Ver­ständ­nis für ein ver­legtes Mess­er. Mir wird aufge­tra­gen am Tatort zu warten, während Ms. L zur Pro­tokol­lauf­nahme gebeten wird. Meine Bemerkung über fehlende Hand­schellen bei Rück­kehr, kon­tert Ms. L mit einem Blick, den man auch ohne Mess­er als ein­schnei­dend beze­ich­nen könnte. 

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