Gut gemeint ist oft nicht gut gemacht

Die geplante EU-Urhe­ber­recht­sre­form sieht in Artikel 13 vor, dass zukün­ftig Online­plat­tfor­men für von den Nutzern hochge­ladene Inhalte haften, wenn Urhe­ber­rechtsver­let­zun­gen fest­gestellt werden. 

“Dien­stean­bi­eter der Infor­ma­tion­s­ge­sellschaft, die große Men­gen der von ihren Nutzern hochge­lade­nen Werke und son­sti­gen Schutzge­gen­stände in Absprache mit den Rechtein­hab­ern spe­ich­ern oder öffentlich zugänglich machen, ergreifen Maß­nah­men, um zu gewährleis­ten, dass die mit den Rechtein­hab­ern geschlosse­nen Vere­in­barun­gen, die die Nutzung ihrer Werke oder son­sti­gen Schutzge­gen­stände regeln, oder die die Zugänglichkeit der von den Rechtein­hab­ern genan­nten Werke oder Schutzge­gen­stände über ihre Dien­ste unter­sagen, einge­hal­ten werden.”

Was vernün­ftig klingt, kön­nte in der Aus­führung dazu führen, dass Inhalte mit automa­tis­chen Fil­tern vom Upload aus­geschlossen wer­den. Diese “Upload­fil­ter” kön­nen allerd­ings beispiel­sweise nicht zwis­chen ein­er Urhe­ber­rechtsver­let­zung und Satire unterscheiden. 

Zitate aus Artikeln zu übernehmen, würde in Zukun­ft nicht mehr möglich sein. Memes, also Par­o­di­en, die mit­tels Text und Orig­i­nal Bild­ma­te­r­i­al zu ein­er Art Kun­st­form im Netz aufgestiegen sind, wür­den aller Voraus­sicht nach eben­falls geblockt. 

Vom Grund­satz muss befürchtet wer­den, dass das Inter­net sich ein­er Art frei­willi­gen Zen­sur aussetzt. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert