Mrs. L wird kreativ

Nach ein paar freien Tagen, die neben der Erhol­ung der Aus­führung lang Liegenge­bliebenes dienen soll­ten, ent­deckt Mrs. L ihre kün­st­lerischen Ambi­tio­nen. Das ist nichts Neues und auch ich werde meis­tens in den kreativ­en Prozess mit ein­be­zo­gen, wenn auch nur als Mate­ri­albeschaf­fer oder Sta­tist. In diesem Fall rief Mrs. L von der Flurtreppe in den Keller, wo ich den Heizungskeller sanierend auf allen vieren ger­ade dabei war, die Fliese­nar­beit­en im Heizungskeller abzuschließen, nach mein­er­seit­igem Gebrauch von ein paar Schuhen auf dem Dachboden. 

In der Fugen­masse liegend deutete ich die Frage nach lange ungenutzten Schuh­w­erk von mir als Zuord­nung der­sel­ben zur Rest­stof­fver­w­er­tung, schließlich wer­den Aufräu­mar­beit­en in der Pri­or­itäten­liste namentlich mit meinem Namen ver­bun­den und mit dem Satz entschuldigt: „Das woll­test Du doch sowieso nicht mehr anziehen, oder?“ 

Einge­denk der Tat­sache, beim Ver­such des Nach­schauens, welche Schuhe von mir nun ver­meintlich entsorgt wer­den soll­ten, das gesamte Trep­pen­haus mit anhaf­ten­der Fugen­masse zu ver­sauen, beeilte ich mich der Besei­t­i­gung des auf dem Dachbo­den gelagerten Schuh­w­erks zuzustimmen. 

Meine Schuhe soll­ten allerd­ings mit­nicht­en der Abfall­tonne zuge­ord­net wer­den, wie ich später erfuhr. Dien­lich waren sie eher der kreativ­en Ader von Mrs. L.

Im Endergeb­nis des Kreativprozess­es sitzt nun eine Fig­ur auf unser­er Garten­bank, der freilich der Oberkör­p­er fehlt. 

Schöpferisch zu sein gehört zu den Grundbedürfnis­sen des Men­schen, es fördert die Sinneswahrnehmung und Kreativ­ität der recht­en Hemisphäre. 

Allerd­ings nur bei Mrs. L., bei mir löst es eher einen Schluck­auf im lim­bis­chen Sys­tem aus: Ich erschrecke mich jedes Mal beim Anblick der sitzen­den unteren Kör­per­hälfte mit meinen Schuhen. 

1 Comment Mrs. L wird kreativ

  1. Dr. Nerd

    Hi Peter,
    diese Kreativ­ität, oder im schlim­meren Fall ein über­trieben aus­geprägter Nest­bautrieb bei Frauen ist etwas, dem wir Män­ner wohl immer etwas skep­tisch gegenüber ste­hen. Und obwohl aktuell ja viel für die Gle­ich­be­hand­lung, Gle­ich­stel­lung und gle­iche Bezahlung getan wird — hat sich eines nicht geän­dert: Der Mann ist der “Mach­er” und darf die Mauern mit dem Ham­mer zerdep­pern und die Frau hängt an den nicht­snutzen Stein­haufen dann zur Deko ein Bild dran..
    Meis­tens schießt uns dann durch den Kopf: “Oh mein Gott, was tut Sie bloss als Nächstes?”
    Aber solange Sie es draussen tun — ist es doch in Ordnung.. 😉
    CU
    Peter

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