Jahr der Erkenntnis

Das jüng­ste Net­zkind hat’s raus bekom­men. Es gibt keinen Wei­h­nachts­mann und auch kein Christkind. Schuld war der Zettel am Wei­h­nachts­geschenk. Von mir ange­bracht – natür­lich. Ich hat­te ob der Vielzahl der Geschenke an jedes ein Kärtchen gehängt, blöder­weise von mir und nicht der Gruß­formel der Sym­bol­fig­ur des Weihnachtsfestes. 

Das wurde gele­sen. Im Kopf des Net­zkindes rat­terte es anschaulich, als sie den Wei­h­nacht­san­hänger las. Unver­mei­dlich war dann die Frage nach dem Absender des Wei­h­nachtspakets; Viele Grüße dein Christkind stand jeden­falls nicht drauf. Da das jüng­ste Net­zkind über eine her­vor­ra­gende Kom­bi­na­tion­s­gabe ver­fügt, war ihr schnell klar, dass die Erwach­se­nengeschicht­en zu Wei­h­nacht­en so wohl nicht stim­men konnten. 

Mrs. L warf mir einen ver­nich­t­en­den Blick zu und ver­bat sich eine Grund­satzdiskus­sion über begren­ztes men­schlich­es Wis­sen und die The­o­rien des Agnostizismus. 

Der Ver­such der Erzäh­lung mein­er­seits, dass Christkind ganz gut zu ken­nen, weshalb es auf sein­er weit­en Tour bei mir regelmäßig vor­beis­chaue, mir fro­he Wei­h­nacht­en wün­sche und – wenn es schon mal da ist, mich am Post­be­trieb zu beteili­gen, ging insofern in die Hose, da das Net­zkind meine Argu­men­ta­tions­kette mit der sim­plen rhetorische Frage: „Ach und da kommt das Christkind aus­gerech­net zu dir?“, zunichte machte.

Gewiss kann man sich nur der eige­nen Exis­tenz sein, wusste bere­its der franzö­sis­che Philosoph Rene Descartes im 17. Jahrhundert.

Und schließlich – wer lesen kann, soll Erken­nt­nis gewin­nen, oder?

Kochambitionen

„Was ist eigentlich Waller?“, fragte ich einige Zeit nach der Bestel­lung ebendieses Menüs in die Runde. „Das ist Wels“, werde ich ob mein­er offenkundi­gen Unken­nt­nis milde lächel­nd von meinem Gegenüber am Restau­rant-Tisch belehrt. Uuuh, denke ich noch so bei mir, die Rat­te der Sauer­län­der Seen­land­schaft. Aber es war zu spät, der Kell­ner brachte bere­its den Salat und kurze Zeit später Teile des Schlam­m­gründler ordentlich filetiert direkt in han­dlichen Mund­häp­pchen auf dem, wie mir schien, etwas zu groß ger­ate­nen Teller. 

Beim Geschmack war ich allerd­ings pos­i­tiv über­rascht. Das Fleisch schmeck­te so gar nicht nach Fisch, eher nach Kalb. Der Wels ist außer­dem tat­säch­lich ein beliebter Speise­fisch. Man lernt doch nie aus. 

Ange­s­pornt durch so viel Kreativ­ität wollte ich am nach­fol­gen­den Woch­enende nicht abseitsste­hen und bere­it­ete ganz mutig einen Auflauf nach Groß­mut­ter Art. Nicht mein­er, son­dern die des WDR-Fernsehkochs Björn Freitag. 

Tat­säch­lich schienen die Schichtkreatio­nen der, mit Käse über­back­e­nen Kartof­fel­stampfe, Sauer­kraut, Blu­menkohl, Por­ree und eine leichte Béchamel­sauce, nicht direkt das von mir erhoffte Geschmacks­feuer­w­erk bei mein­er Fam­i­lie zu entfachen. 

Mrs. L jeden­falls kom­men­tierte den Auflauf nach Rezept aus dem Hause des Fernsehkochs mit dem Hinweis:„Sehr interessant.“ 

Kirmeszeit

Seit Jahren sind Mrs. L und ich schon nicht mehr auf ein­er Kirmes gewe­sen, bis gestern. Mrs. L bestand auf einem Besuch der Lipp­städter Herb­stkirmes. Vor­sor­glich wies ich Mrs. L darauf hin, dass die Bewe­gun­gen hydraulik­be­trieben­er Kirmes­maschi­nen und eine begin­nende Auflö­sung struk­tureller, ehe­dem geord­neter Struk­turen in eine amor­phe Masse, die der Kör­p­er ana­log zum Alter so mit sich bringt, nicht zusammenpassen. 

Mrs. L glaubte mich mit den Worten: „Wir wer­den schon was find­en, wo Du lebend wieder rauskommst“ beruhi­gen zu kön­nen. Weit gefehlt. 

Auf dem Kirme­s­platz angekom­men, steuerte ich ziel­stre­big, Mrs. L an der Hand, das mir am ver­trauensvoll erscheinende Karusell an. Indes, beim Näherkom­men ent­pup­pte sich das Ding nur für die Allerkle­in­sten; ein Schild am Ein­gang wies auch ein­drück­lich darauf hin: Nur für Kinder bis zum 6. Lebensjahr. 

Mrs. L hinge­gen schien sichtlich begeis­tert, wohl weniger ob der Karusel­lvielfalt, als der Tat­sache, dass ich immer nervös­er die Karusell­maschi­nen begutachtete, die offen­sichtlich dazu gedacht waren alte Leute dauer­haft zu ver­biegen und die Ein­nah­me­quelle sämtlich­er ansäs­siger Orthopä­den im Umkreis waren. 

Schon Hegel wusste, dass die Ver­nun­ft die Welt beherrscht. In unserem Fall in Form ein­er Chinabude, die köstliche Nudel­gerichte zu kleinen Preisen anbot und der Ein­sicht, zugun­sten eines Essens auf andere Kirme­sak­tiv­itäten zu verzichten. 

Ferienbeginn

Ferien­be­ginn, Zeug­nisse. Das jüng­ste Net­zkind hat sich seit­dem nicht blick­en lassen. Vielle­icht ist das Zeug­nis so schlecht, vielle­icht braucht sie aber auch mal eine Pause von mir. 

Anruf bei der Groß­mut­ter des jüng­sten Net­zkindes, ich will wis­sen, wie das Zeug­nis so aus­ge­fall­en ist. 

Durch­weg gut, über­raschen­der Weise sehr gut in Math­e­matik, Kun­st und Sport. Sport war klar, das Kind kann den Weg von zuhause nach uns im Flic Flac zurück­le­gen, wenn‘s drauf ankommt. „Frag sie sel­ber“, insistiert Oma. 

Das Net­zkind kön­nte beim CIA arbeit­en, so ver­schwiegen kann sie manch­mal sein. Mehr als ein: „Alles gut“, ist dem Kind nicht zu entlocken. 

Ich ver­suche es mit Bestechung. „Ich kön­nte vielle­icht etwas Zeug­nis­geld lock­er machen“, ver­suche ich das Kind zum Reden zu brin­gen. Post­wen­dend bekomme zur Antwort, dass sie das Zeug­nis lei­der nicht verkaufen könne, da es nach Ferienende unter­schrieben zur Schule wieder mit­ge­bracht wer­den müsse. 

Schützenfest

Die Schützen­fest­sai­son im Sauer­land hat begonnen. Wer nun so gar nichts damit zu tun hat, dem sei gesagt: Schützen­fest ist, wenn das ganze Dorf sich der­maßen besäuft, dass sich später nie­mand an Einzel­heit­en erin­nern kann. Ohne Rück­sicht auf die Promillew­erte wird drei Tage lang so viel Bier in den Kör­p­er geschüt­tet, wie physikalisch reinge­ht. Der Ort­sein­gang und Aus­gang wird für den fahren­den Verkehr ges­per­rt, Warn­hin­weise am Ort­sein­gang und Aus­gang weisen auf die Gefahren­zone hin. Gemein­hin ist es auch so, dass wer im Sauer­land in einem Dorf heimisch wird, trink­fest sein muss. Die Bemühun­gen sich vor dem Schützen­fest zu drück­en enden meist kläglich, spätestens wenn der Nach­bar den Vogel abschießt.

Dass es bei diesem Prozedere zu eini­gen kuriosen Zwis­chen­fällen kommt, ist nicht unüblich. So rief eine Frau am frühen Mor­gen die Polizei zu sich, um den ver­dutzten Beamten mitzuteilen, dass ein fremder Mann in ihrem Bett gele­gen habe, der sich bei Ent­deck­en und anschließen­dem Auf­schrei der Frau gruß­los soeben aus dem Schlafz­im­mer ver­ab­schiedet habe. Die Recherche der Beamten vor Ort ergab, dass der Nach­bar voll wie eine Strand­haub­itze beim diesjähri­gen Schützen­fest, von Kumpels nach Hause gebracht und ins Bett gelegt wor­den war. Allerd­ings nicht ins eigene, son­dern in das der Nach­barin, da die Helfer eben­falls nicht mehr ganz nüchtern waren und sich schlichtweg im Haus geir­rt hatten.

Die Haustür in der Nach­barschaft war offen­sichtlich für den Ein­lass des eige­nen Ehe­manns nur angelehnt – ob dieser nun eben­falls außer­häus­lich über­nachtet hat­te oder nur an der Theke eingeschlafen war ist nicht bekannt.

Vom Einkaufen

Bish­er hat­te ich gedacht, dass Rent­ner keine Zeit haben – zumin­d­est ist das ja so ein geflügel­ter Begriff. Das stimmt offen­bar nicht für einkaufende Rent­ner. Die ältere Dame vor mir im Einkauf­s­laden an der Kasse jeden­falls, schien es nicht beson­ders eilig zu haben. Die Frau beobachtete in aller See­len­ruhe den sich vorschieben­den Einkauf – ohne eine erkennbare Reak­tion, die darauf schließen ließ, das soeben Erwor­bene auch einzupacken. 

Im Anschluss folge das oblig­a­torische Auskip­pen des Porte­mon­naies, um der Fest­stel­lung zu genü­gen, dass 9 Cent zu wenig im sel­bi­gen waren und nun die große Suche nach Geld im eben­so großen Geld­beu­tel begann. Nach gefühlten 15 Minuten und dem mehrma­li­gen Hin­weis der alten Dame ob der Seeschwäche: „Junger Mann, ich kann das gar nicht sehen, sind das jet­zt zwei Euro oder nur ein­er?“, war der Bezahlvor­gang schließlich erledigt.

Ein Raunen hin­ter mir in der Sam­stag­seinkauf­skassen­schlange, deutete auf einen leichte Ungeduld der Anwe­senden, was die Dame allerd­ings nicht davon abhielt jet­zt erst ein­mal die immer noch auf dem Einkaufs­band, bzw. dessen Ende befind­lichen Einkäufe exakt mit ihrem vom eben­falls leicht ent­nervten Verkäufer einge­forderten Kassen­zettel und dem Einkauf­szettel zu ver­gle­ichen. Eine gefühlte halbe Stunde später endlich begann die alte Dame ihre erwor­be­nen und mit Einkauf­szettel und Bon ver­glich­enen Einkäufe endlich in den Wagen zu leg­en – und zwar nach dem Prinzip des Com­put­er­spiels Tetris — nur langsamer.

Einführung in das Verkehrsrecht

Mrs. L ist in die Falle getappt. In die Verkehrs­falle. In diesem Zusam­men­hang in Form ein­er ges­per­rte Straße mit Präsenz der Ord­nung­shüter vor Ort. Aus­gerech­net die Straße, die sozusagen als Heimweg für uns seit Jahrzehn­ten geset­zt ist. Nun ist die Sper­rung nichts Neues. Die Straße ist ein besser­er Feld­weg, der von den Behör­den auf­grund der Verkehrssicherungspflicht ges­per­rt wor­den ist. Anlieger indes haben ein „Wegerecht“, der die ord­nungswidrigkeits­freie Nutzung bis nach Hause ermöglicht. 

Allein — unser Haus liegt hin­ter dem Schild, das heißt, rein rechtlich sind wir keine Anlieger mehr. Ich sel­ber hat­te das bere­its durch die Zahlun­gen mehrerer Bußgelder prak­tisch erfahren müssen. Mein Hin­weis, dass eine verkehrss­rechtliche Tat­sache nicht dadurch außer Kraft geset­zt werde, dass man sie nicht befol­gt, ließ Mrs. L mit dem Hin­weis, man dürfe sich nicht alles gefall­en lassen, nicht gelten. 

Let­z­tendlich hiel­ten meine Fest­stel­lun­gen Mrs. L nicht davon ab, eigene Erfahrun­gen zu sam­meln. So kam, was kom­men musste und gestern demon­stri­erte die Ord­nungs­macht ihren Hand­lungswillen und forderte für die Ord­nungswidrigkeit des Befahrens ein­er für den Autoverkehr ges­per­rten Straße 50 Euro Bußgeld. 

Mrs. L hinge­gen demon­stri­erte gegenüber der Exeku­tiv­en ihre Ren­itenz und ver­suchte sich in juris­tis­ch­er Argu­men­ta­tion und das mit Nach­druck. Geholfen hat das alles nicht. Statt eines Bußgelds erwartet Mrs. L nun eine Anzeige – ich ver­mute anhän­gend eine Vor­ladung wegen Insub­or­di­na­tion und unge­bührlichem Ver­hal­ten gegenüber dem Rechtsstaat. 

Grünkohlzeit

Wenn es so etwas wie ein Nation­al­gericht im Sauer­land gibt, dann ist das zumin­d­est ab Novem­ber und der ersten Frost­phase der Grünkohl. Nicht zu ver­wech­seln ist der Sauer­län­der Grünkohl mit dem Grünkohlgericht der Nord­deutschen: Grünkohl und Pinkel. Im west­fälis­chen Sauer­land bestellt man erstens nur Grünkohl und stellt zweit­ens fest, dass die Fleis­chlast auf dem Grünkohlgericht ein­deutig die Ober­hand hat. 

Der Grünkohl sel­ber hat mehr eine Ali­b­i­funk­tion. Manch ein­er behauptet gar, die riesi­gen Fleis­chmen­gen aus Wurst und Fleisch, die den Grünkohl ein­er Haube nicht unähn­lich bedeck­en, dien­ten als Warmhal­ter für den Grünkohl, der sicht­bar wird, wenn geneigter Grünkoh­less­er drei Kilo Fleisch und Wurst vom Teller gegesse­nen hat. 

Man kommt auch gar nicht drumherum, um den Grünkohl meine ich. Jedes Restau­rant und jede Kan­tine, ja sog­ar jed­er Koch oder jede Köchin zu Hause und die Schwiegermut­ter stellt ab Anfang Dezem­ber die Tageskarte auf Grünkohl um. 

Ich sel­ber kam in dieser Woche BEREITS DREI MAL in den Genuss. Der Vorteil ist, dass nach erfol­gre­ichem Verzehr des west­fälis­chen Grünkohlgerichts die Sät­ti­gung unge­fähr zwei Tage anhält. Der Nachteil ist, dass Sie sich zwei Tage kaum bewe­gen kön­nen. Am drit­ten Tag, Sie ahnen es, gibt‘s den näch­sten Grünkohl zu Mittag.

Wenn Sie das alles bis Wei­h­nacht­en mit­gemacht haben und das Fest kuli­nar­isch auch noch in vollen Zügen genießen, kön­nen Sie im Jan­u­ar ihre alten Jeans ob der neu erwor­be­nen Leibesfülle get­rost entsorgen. 

Ach so, Tipp für Anfänger: Sagen Sie nie, dass sie satt seien, denn dann lösen Sie den berühmten Grünkohlschluck aus und es gibt zu den Unmen­gen an fes­ter Nahrung Unmen­gen an flüs­siger Nahrung in Form von Aquavit.

Noch ein Tipp: Lassen Sie die Kartof­feln gle­ich ganz weg, die liegen eh nur wegen des Kon­trasts auf dem Teller. 

Bonjour tristesse

Meine Güte, das ist ja kaum auszuhal­ten mit dem ewigen Dunkel- und Regen­t­a­gen aktuell. “Der Novem­ber ist sich­er der Monat der meis­ten Suizide”, schwadroniere ich bei einem Spazier­gang mit Mrs. L. so vor mich hin. Die lässt sich in ihrem uner­schüt­ter­lichen Opti­mis­mus über­haupt nicht von mein­er fast schon depres­siv­en Stim­mung beeinflussen. 

Let­z­tendlich hätte alles sein Gutes, auch die Regen­t­age im Novem­ber. Das mag ja sein, aber Dunkel­heit mit Regen, dazu die ständi­ge Coro­na-The­matik, das kann einem schon die Laune ver­hageln. Mrs. L. ver­sucht eine Auf­munterung und merkt an, dass ja bald Wei­h­nacht­en wäre und da wür­den wir doch schön wieder mit der ganzen Fam­i­lie zusam­menkom­men und wenn wir Glück hät­ten gäb’s sog­ar Schnee. 

Bei­des ist nicht ange­tan dazu, meine Laune zu verbessern — ganz im Gegen­teil. Der Vorschlag mein­er­seits eine zehn­wöchige Quar­an­täne vorzutäuschen und einen Win­ter­schlaf einzule­gen kom­men­tiert Mrs. L. mit nicht mehr als mit dem Hochziehen ein­er Augen­braue, um mich dann daran zu gemah­nen, den Auftritt als Wei­h­nachts­mann beim Fam­i­lien­an­hang des jüng­sten Net­zkindes zuge­sagt zu haben.

Aus mein­er Schulzeit ist mir blass erin­ner­lich, dass in der Math­e­matik bei direk­ter Verbindung zweier Vari­ablen, sich der Wert ein­er bes­timmten Vari­ablen erhöht, wenn sich Wert ein­er anderen Vari­ablen nach unten bewegt, oder so ähnlich. 

Vielle­icht sollte ich dieser Tage ein­fach mal Lot­to spielen.… 

Salami ohne Brot

Das jüng­ste Net­zkind über­rascht mit pro­fun­den Ken­nt­nis­sen in Ver­hal­tens­bi­olo­gie. Jüngst bei uns zu Besuch meldet das Kind Hunger an. Hunger heißt in dem Fall meist ein Brot mit Sala­mi, die ich natür­lich nach einem dezen­ten Hin­weis mein­er Großnichte da habe. Unmissver­ständlich machte sie mir damals klar, dass etwaige Besuche von ihr vom Salamivor­rat in unserem Kühlschrank abhingen. 

Seit­dem bemühe ich mich, den begehrten Wurstauf­schnitt als Brot­be­lag zu bevorraten. 

Nach Erteilung genauer Anweisung, näm­lich der exak­ten Schicht­dicke der But­ter und des auf­grund fehlen­der Schnei­dezähne unbe­d­ingt einzuhal­tenden Form­schnitt des Brotes, gab‘s das oblig­a­torische Stück Sala­mi vor­ab für das Net­zkind und mich auf die Hand.

Nicht so ganz unbe­merkt, wie ich erhofft hat­te. Die Mut­ter des Net­zkinds bemerk­te leicht verärg­ert, dass ihre Erziehung durch solche Meth­o­d­en ständig unter­graben wür­den und ich es auch damit nicht bess­er mache, höchst selb­st Sala­mi ohne Brot zu verspeisen. 

Das Net­zkind vertei­digt uns mit einem Augen­zwinkern und erk­lärt kurz­er­hand die Wis­senschaft der ver­gle­ichen­den Ver­hal­tens­forschung zur Ursache des unge­bührlichen Gebarens: »Das ist bei uns so, wir kön­nen nix dafür, wir sind ja auch schließlich verwandt.«