Abschied von der Haselnuss

Ob wohl dem WDR 4 die werberelevante Zielgruppe wegstirbt? Heute Morgen im sonst so schlagerfesten Hörfunkprogramm spielten die verantwortlichen Moderatoren jedenfalls Paul McCartneys Mull of Kentyre.

Die Erklärung zur “sachten” Modernisierung des angestaubten Senders von deutschsprachigem Liedgut, geht wohl tatsächlich mit einer geänderten Zielgruppe einher und wird mit für Menschen meines Alters erschreckender Logik begründet: Die Hörer des Senders, die insbesondere deutsche Schlager zu ihren Favoriten gezählt hatte, wird langsam durch die neuen Alten ersetzt, die in ihrer Jugend eben englischsprachige Titel gehört hätten, deshalb setzt der Sender vermehrt auch auf englische Hits der siebziger und achtziger Jahre.

Amorphe Masse

Befürchtungen meinerseits dass sich bei pubertierenden Teenagern durch die Hormone, oder was auch immer, das Gehirn in eine amorphe Masse verwandelt, oder schlimmer noch, verflüssigt, scheinen unbegründet. Die Ursache für das abnorme Verhalten in diesen Jahren resultiert laut AOK daraus, dass im vorderen Hirnbereich tausende Vernetzungen gekappt werden. Ob mich das beruhigen soll, weiß ich nicht so genau. Denn eingedenk der Tatsache, dass der präfrontale Cortex bei einer 15jährigen offensichtlich nicht ganz verankert ist, bin ich mir nicht sicher, ob nicht doch bei zu vielen Kappungen Teile des Gehirn eines Morgens neben dem Bett liegen.

Jahresabschluss

Zusammenfassend für 2010 kann gesagt werden, was auch gesagt wurde und als Zitat hängengeblieben ist, äh, oder so.

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„Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein“
[Außenminister Guido Westerwelle]

„Besser ab und zu ein schönes Mädchen anschauen, als schwul zu sein“
[Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi]

„Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen“
[Ex-Bundesvorstand Thilo Sarrazin]

„Sie ist eine starke Persönlichkeit. Eher ein Mann als eine Frau“
[Muammar al-Gaddafi, libyscher Staatschef, über Bundeskanzlerin Merkel]

„Wieso Unwetterwarnung, ich hab‘ doch gar nichts angestellt“
[Lisa]

„Mensch, Du hast immer eine Menge Arbeit“
„Mit Dir?“
„Nein, mit den alten Leuten am Tisch“

[Dustin bei der Familienweihnachtsfeier]

Die Sonne bringt es an den Tag

In der Tat, Männer in kurzen Hosen sind etwas befremdlich. Die JUNGE FREIHEIT merkt dazu an:

Nun ja, tatsächlich gibt es Männer, die können kurze Hosen tragen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie dazu gehören, dann machen Sie einfach einen kleinen Test:

– Sind sie beim Fussball, Handball oder Tennis – und zwar auf dem Platz und nicht auf der Zuschauertribüne?

– Sind sie in einem Trachtenverein und auf dem Weg zu einer Veranstaltung?

– Sind sie an einem Ort, an dem niemand Einblick hat und niemand ohne Vorankündigung hereinkommen kann?

– Ist Ihr Name Charlie Brown oder Micky Maus?

– Sind sie unter 12 Jahre?

Wenn Sie eine der Fragen mit ja beantwortet haben, dann dürfen Sie kurze Hosen tragen. Sonst aber nicht!