Aufräumen

Meine Seite hakt, meldet der Provider. Google Page Speed zeigt nach einem Test einen unterirdischen Wert und last not least versucht ein falsches Update mein Theme zu zerschießen. Zeit also auszumisten und zu entstauben. Nach fast genau vier Jahren nun ein neues Design. Responsiv und schnell sollte das Theme sein und dabei noch gut aussehen. Nicht ganz so einfach. Inspiriert hat mich der langjährige Blogger Horst Schulte, der mich ehrlich gesagt staunen lässt.

Seine Seite ist trotz relativ aufwändiger Gestaltung blitzschnell. Er nutzt als Unterbau GeneratePress, was mich dazu veranlasst, das Theme ebenfalls auszuprobieren. Meine Seite lädt zwar lange nicht so schnell wie die des Bloggerkollegen, aber immerhin bin ich bei der wichtigen psychologischen Wartezeit von unter drei Sekunden angelangt.

Eine Webseite zu optimieren und sie in Google bestmöglich zu platzieren ist wahnsinnig viel Arbeit – deshalb meinen größten Respekt an Horst Schulte. Vielen Dank und machen Sie bloß weiter!

Nicht nur sauber, sondern cleany

Mrs. L beauftagt mich Feinwaschmittel zu besorgen. Im hiesigen Supermarkt am Regal für Waschmittel angekomen, staune ich nicht schlecht; das waschmittelbeheimatete Regal ist ca. 2 Meter hoch und zehn Meter lang und beherbergt ausschließlich Waschmittel – und zwar in allen denkbaren und undenkbaren Farben und Formen und Agrarzuständen, außer Plasma, so weit ich das sehen kann.

Schwarzes Waschmittel ist ist ebenfalls zu haben, meine Vermutung einer genialen Erfindung durch permanent verdreckte Wäsche, bestätigt sich nicht. Das schwarze ist für schwarzes. Na gut, macht Sinn. Jedenfalls habe ich weiterhin Mühe, den Auftrag des Heranschaffens des von Mrs. L herbeorderten Feinwaschmittels auszuführen.

Ich hatte schlichtweg den Humor der Werbetexter unterschätzt. Alle lesbaren und bis dato klaren Begriffe auf den Verpackungen sind nämlich durch Kauderwelsch ersetzt worden.

Waschmittel heißt jetzt Aromatherapie, Sensitive, Universal DISC, Freebie new, Megaperls, Sevents Generation und so weiter und so fort.

Nun bin ich nicht von vorgestern, ich weiß dass Worst Case keine Wurstkiste ist und kann, jedenfalls rudimentär, dem Denglishen folgen. Und wenn es denn dann unbedingt das handout sein muss, wenn die Brötchen fresh belegt und delicious sind, zu Meetings statt Besprechungen geladen wird und der Kollege ein schönes Weekend wünscht – geschenkt.

Das ich aber nicht mehr in der Lage bin einfache Einkäufe zu tätigen, that makes me doch ein bisschen concern.

Praktisch veranlagt

Mrs. L’s Fundus beinhaltet unter anderem alte Rezepte, die bereits über Generationen hinweg weitervererbt werden. So gibt es eine Anleitung für eine Erbsensuppe, die tatsächlich ihresgleichen sucht. Das Rezept fiel mir jüngst wieder in die Hände und ich beschloss, das Wochenendes mit ebendieser Erbsensuppe abzuschließen.

Allerdings standen die Vorbereitungen des unter Idealbedingungen sämigen und schmackhaften Eintopfs unter ungünstigen Vorzeichen und das Projekt drohte bereits an der Beschaffungsphase zu scheitern. In den verschiedenen, von mir angesteuerten Einkaufsläden, schien die Corona-Epidemie nämlich alle verfügbaren Schälerbsen aus dem Regal gefegt zu haben – außer einem dezenten Hinweisschild am Regal auf den offensichtlichen Lagerplatz der von mir dringend benötigten Ware konnte ich nichts entdecken. Im vierten Einkaufsladen endlich schöpfte ich Hoffnung.

Die angesprochene Verkäuferin wies mit dem Daumen hinter sich auf die Dosenabteilung, dort gebe es Erbsen. Mein Einwand, eine frische Erbsensuppe zu kochen zu wollen und ich deshalb keine Erbsensuppe aus der Dose suchen würde, beantwortete die Dame begleitet mit einem Schulterzucken: „ Kippen Sie doch einfach die fertige Erbsensuppe in einen Topf und lassen die Dose verschwinden. Kein Stress und ihre Familie wird sich freuen wie toll sie gekocht haben.“

Nehmen sie die Schuld auf sich

Mrs. L und ich sind sowas wie Dinosaurier. In Zeiten von Ehen, die in der Regel nach sechs, sieben Jahren vorbei sind, sind Mrs. L und ich mit 25 Jahren Zweisamkeit geradezu aus der Zeit gefallen.

Das ist auch dem Freundeskreis des Netzkindes nicht entgangen, was die unausweichliche Frage nach dem Wie nach sich zog. Als ich gerade, mit väterlicher Mine von Verständnis und Vertrauen das gesamte Repertoire angelesener Fachzeitschriften wiederzugeben versuchte, unterbrach mich die besten Freundin vom Netzkind mit der schlichten Aufforderung:„ Jetzt mal ehrlich, wie schafft man das?“

Die Antwort ist ebenso trivial wie die Frage, jedenfalls für den Mann.

Zeigen sie sich für alle Eventualitäten, die im Zusammenhang mit einem Nicht Funktionieren im Haushalt verantwortlich – Nehmen sie alle – wirklich alle – Schuld auf sich.

Eignen sie sich eine Schlossermentalität an – Schlosser können alles reparieren. Wenn das Hausdach einstürzen sollte, lassen sie ihrer besseren Hälfte wissen, dass das kein Problem sei und sie das schon hinkriegen.

Vor allem aber: Seien sie sich bewusst, dass der Mann persönlich verantwortlich ist für alle Dysfunktionen von Geräten und Anlagen im und rund ums Haus. Streiten sie das nicht ab, sondern nehmen sie’s wie der Gott Prometheus, der ohne zu jammern an einen Felsen geschmiedet, die Rache des Zeus ertrug.

Kurz und gut, antworten sie auf jeden Vorwurf im Zusammenhang mit einer nicht mehr funktionierenden Sache und ihrer vermeintlichen persönlichen Schuld daran, dass das tatsächlich sein könnte, stecken sie den Stecker wieder in die Steckdose, trinken sich einen Kaffee und melden nach einer Stunde den Vollzug der erfolgreichen Reparatur.