Dieter Wedel – Gier

Ein charmanter, stets in weißem Anzug gekleideter Hochstapler und die betrogene Hamburger Schickeria im Dauerrausch. Angelehnt an die wahre Geschichte des Hochstaplers Jürgen Harksen, der Ende der 80er Jahre zahlreiche Geldanleger mittels Schneeballsystem betrogen hatte, lief gestern Abend die Erstausstrahlung des neuen Films „Gier“ von Dieter Wedel.

Dieter Glanz, gespielt von Ulrich Tukur, hat sich einen Namen als großer Finanzjongleur gemacht. Er verspricht Anlegern aberwitzige Renditen, die er auch anfangs aufgrund des inszenierten Schneeballsystems an einige Geschäftspartner auszahlen kann. Förmlich geblendet vom Versprechen der sorgenfreien Zukunft, geben ihm die Anleger gern ihr Geld, schließlich zählen Dieter Glanz’ Kunden zu den Auserwählten. Doch als sich die Auszahlung des versprochenen Gewinns verzögert, werden seine Geldgeber misstrauisch. Schnell zaubert Glanz einen Steuerbescheid aus dem Hut. Zu dem Zeitpunkt ist Glanz bereits nach Südafrika geflohen, wo er zeitweilig die Gemüter noch einmal mit rauschenden Festen beruhigt.

Ein wenig mehr Tiefgang und analytische Schärfe hätte der Gesellschaftskomödie gut getan. Das Wedel das kann, hat er nicht nur in der Komödie: „Wilder Westen inklusive“ oder beim großen Bellheim bewiesen. Offen blieb, warum sich die Betrogenen zu keiner Zeit Gedanken darüber machten, wie denn die wundersame Geldvermehrung funktioniert. Oder lassen sich reiche Geschäftsleute tatsächlich von Champus, Hummer und Nutten dermaßen korumpieren, dass ihr Verstand aussetzt? Das wird wohl das Geheimnis des echten Hochstapler Jürgen Harksen bleiben. Wedel indes distanziert sich nach Filmende mit dem schönen Satz:

Handlungen und Personen des Films sind rein fiktiv. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen wären rein zufällig.

„Gier“ von Dieter Wedel am 20. und 21. Januar um 20.15 Uhr in der ARD.

Todeszug nach Yuma

Diese Bande da draußen, das sind alles Bestien. Jeder Einzelne, und wenn ich nicht genau so wäre wie die, würde ich als Boss keine 5 Minuten überleben“, schätzt Bandenchef Ben Wade die Lage richtig ein. Russell Crowe überzeugt in diesem gut gemachten Western „Todeszug nach Yuma“ als eiskalter Bandenchef Ben Wade. Christian Bale spielt den Kriegsinvaliden Dan Evans, der aus Geldgründen den nach einem Postraub gefassten Ben Wade zur Bahnstation bringen soll. Von dort aus fährt der Zug pünktlich um 3 Uhr 10 ins Staatsgefängnis nach Yuma, wo Wade der Prozess gemacht werden soll. Doch Wades fanatische Komplizen lassen nichts unversucht, ihren Anführer zu befreien. Temporeich, Spannend und, wie es sich für einen Western gehört, mit jeder Menge Schießereien die, ebenso wie die anderen Geräuschkulissen, hervorragend synchronisiert sind.

Sin City

Sin City ist die Stadt der verlorenen Seelen. Kein Normalsterblicher überlebt in dem Moloch länger als zwei Stunden. Racheengel Marv (Mickey Rourke), wacht nach einer Nacht mit der Prostituierten Goldie auf. Goldie ist tot. Marv schwört Rache, mordet und foltert sich fortan zur Wahrheit durch die Stadt. Der Film Sin City ist die Verfilmung einer Comicreihe von Frank Miller. Wie die Comics ist er in Schwarz-Weiß gehalten und besticht durch einige Farbnuancen, wie bspws. das reichlich fließende Blut. Sin City erzählt sechs verschiedene kurze Handlungen, wobei die beiden Abschnitte mit Mickey Rourke als Schläger Marv und Bruce Willis als Polizist Hartigan die besten Szenen im Film sein dürften. Genial überdreht und sehenswert.