Vergangenheit zum Leben erwecken

Heinrich der VIII hat ja bekann­ter­ma­ßen sei­ner­zeit das Scheidungsrecht revo­lu­tio­niert. Wenn ihm sei­ne Ehefrauen zu lang­wei­lig wur­den, hat er sie ein­fach einen Kopf kür­zer gemacht. Dagegen konn­te auch die katho­li­sche Kirche nichts haben, Ehescheidungen stan­den zwar auf dem Teufelsindex, wenn der König eine Hinrichtung aus­sprach, war das wohl so etwas wie ein Missgeschick für den Delinquenten. 

Ganze sechs Ehen durch­lief Heinrich, von denen zwei durch Annullierung been­det wur­den, näm­lich die der ers­ten Gemahlin Katharina von Aragon und die vier­te Gattin Anna von Kleve.

Zwei wei­te­re Ehefrauen, Anne Boleyn und Catharine Howard, ließ Heinrich kur­zer­hand hinrichten. 

Jane Seymour starb mit nur 26 Jahren nach der Geburt des ein­zi­gen Sohnes Heinrich VIII. Die letz­te Ehefrau in der lan­gen Reihe schließ­lich, Catherine Parr über­leb­te ihren Ehemann, wenn auch nur für ein Jahr. 

Heinrichs Frauen waren alle hübsch, so man das für die Zeit des 16 Jahrhunderts sagen kann. Die Grafikdesignerin Becca Saladin hat mit­tels Photoshop illus­triert, wie wohl Heinrichs Gattinnen mit heu­ti­gen Frisuren, Make-Up und Kleidung aus­se­hen wür­den. Herausgekommen ist ein sehens­wer­tes Video.

Auf ihrer Instagram Seite @royalty_now prä­sen­tiert die Künstlerin noch mehr erstaun­li­che Verwandlungen. 

Aufräumen

Meine Seite hakt, mel­det der Provider. Google Page Speed zeigt nach einem Test einen unter­ir­di­schen Wert und last not least ver­sucht ein fal­sches Update mein Theme zu zer­schie­ßen. Zeit also aus­zu­mis­ten und zu ent­stau­ben. Nach fast genau vier Jahren nun ein neu­es Design. Responsiv und schnell soll­te das Theme sein und dabei noch gut aus­se­hen. Nicht ganz so ein­fach. Inspiriert hat mich der lang­jäh­ri­ge Blogger Horst Schulte, der mich ehr­lich gesagt stau­nen lässt.

Seine Seite ist trotz rela­tiv auf­wän­di­ger Gestaltung blitz­schnell. Er nutzt als Unterbau GeneratePress, was mich dazu ver­an­lasst, das Theme eben­falls aus­zu­pro­bie­ren. Meine Seite lädt zwar lan­ge nicht so schnell wie die des Bloggerkollegen, aber immer­hin bin ich bei der wich­ti­gen psy­cho­lo­gi­schen Wartezeit von unter drei Sekunden angelangt.

Eine Webseite zu opti­mie­ren und sie in Google best­mög­lich zu plat­zie­ren ist wahn­sin­nig viel Arbeit — des­halb mei­nen größ­ten Respekt an Horst Schulte. Vielen Dank und machen Sie bloß weiter!

Darwin Award 2020

Auch die­ses Jahr wie­der fin­det die Preisverleihung des Darwin Award im Internet statt.Zur Erinnerung: Der Darwin Award wird meist post­hum an Menschen ver­lie­hen, die sich durch gren­zen­lo­se Dummheit aus dem Genpool ver­ab­schie­det haben. In die­sem Jahr sind nominiert:

Der schieß­wü­ti­ge Hausbesitzer aus dem US-Bundesstaat Main, der sich mit einer selbst­ge­bas­tel­ten Selbstschussanlage an sei­ner Haustür höchst­ei­gen erschoss.

Ebenfalls aus den USA, aus Montana, ist der Pilot eines Privatflugzeuges nomi­niert. Obschon ihm auf­ge­fal­len war, dass eine Leckage am Tank das Cockpit liter­wei­se mit Sprit flu­te­te, setz­te er den Flug nach einem Zwischenstopp und den drin­gen­den Rat des dor­ti­gen Mechanikers, dies nicht zu tun, fort. Als er sich kurz nach dem Start anders ent­schied, dreh­te er um. Dabei ver­lor er die Kontrolle über das Flugzeug und ende­te auf­grund des aus­ge­lau­fe­nen Treibstoffs in einer Riesenexplosion. 

Die drit­te Nominierung wird an einen Überlebenden ver­lie­hen, jedoch erfüllt der Kandidat vor­aus­sicht­lich das zwei­ten Kriteriums, weil aller Voraussicht nach das Skrotum eben­falls in Mitleidenschaft gezo­gen wor­den ist und sich der Kandidat so aus dem Genpool zurück­ge­zo­gen hat:

Zwei Freunde in Österreich nut­zen an Silvester die Pobacken des Einen zur Abschussrampe für eine Feuerwerksrakete. Der Auserwählte hat sich nach Polizeiangaben offen­bar so erschro­cken, dass er die Pobacken fest zusam­men­kniff; in Folge des­sen konn­te die Rakete nicht star­ten und ist im Bereich des Gesäßes explodiert.

Coronavirus

Interessant ist die offen­bar rasan­te Verbreitung des Virus, aber nur in China. Die Seite gisanddata.maps.arcgis.com stellt die Verbreitung des Virus welt­weit dar. Vom Epizentrum aus in China zeigt die Kurve der infi­zier­ten Menschen steil nach oben. 

Waren es pro Tag bis­her in etwa 1000 neu Erkrankte sind es jetzt um die 3000 Menschen pro Tag, die sich trotz der staat­li­chen Auflagen (Mundschutz, Ausgangssperren etc.) mit dem Corona Virus infizieren. 

In Deutschland und welt­weit steigt die Zahl der Erkrankungen fast gar nicht an, bis­her sind kaum Menschen erkrankt. Das mag auch dar­an lie­gen, dass eine strik­te Isolierung bei Verdacht auf eine Corona Infektion die Ausbreitung bis­her offen­bar verhinderte. 

Das Video eines Marktes in China als angeb­li­ches EPI-Zentrum der Ausbreitung stimmt so nicht. Der Film ist auf­ge­nom­men auf einem tra­di­tio­nel­len Markt in Indonesien.

Gut gemeint ist oft nicht gut gemacht

Die geplan­te EU-Urheberrechtsreform sieht in Artikel 13 vor, dass zukünf­tig Onlineplattformen für von den Nutzern hoch­ge­la­de­ne Inhalte haf­ten, wenn Urheberrechtsverletzungen fest­ge­stellt werden. 

Diensteanbieter der Informationsgesellschaft, die gro­ße Mengen der von ihren Nutzern hoch­ge­la­de­nen Werke und sons­ti­gen Schutzgegenstände in Absprache mit den Rechteinhabern spei­chern oder öffent­lich zugäng­lich machen, ergrei­fen Maßnahmen, um zu gewähr­leis­ten, dass die mit den Rechteinhabern geschlos­se­nen Vereinbarungen, die die Nutzung ihrer Werke oder sons­ti­gen Schutzgegenstände regeln, oder die die Zugänglichkeit der von den Rechteinhabern genann­ten Werke oder Schutzgegenstände über ihre Dienste unter­sa­gen, ein­ge­hal­ten werden.”

Was ver­nünf­tig klingt, könn­te in der Ausführung dazu füh­ren, dass Inhalte mit auto­ma­ti­schen Filtern vom Upload aus­ge­schlos­sen wer­den. Diese “Uploadfilter” kön­nen aller­dings bei­spiels­wei­se nicht zwi­schen einer Urheberrechtsverletzung und Satire unterscheiden. 

Zitate aus Artikeln zu über­neh­men, wür­de in Zukunft nicht mehr mög­lich sein. Memes, also Parodien, die mit­tels Text und Original Bildmaterial zu einer Art Kunstform im Netz auf­ge­stie­gen sind, wür­den aller Voraussicht nach eben­falls geblockt. 

Vom Grundsatz muss befürch­tet wer­den, dass das Internet sich einer Art frei­wil­li­gen Zensur aussetzt. 

Der Sonne erklären, dass sie nicht soviel scheinen soll

In mei­ner Erinnerung war der Februar der käl­tes­te Monat im Winter. Wir Kinder wur­den regel­mä­ßig dick mit Nivea Creme ein­ge­cremt. Mitte Februar herrsch­ten im Sauerland Temperaturen weit in den Minusbereich, meist ein­her­ge­hend mit einem hal­ben Meter Schnee. Jetzt, Mitte Februar 2019 zeigt das Thermometer knapp 20 Grad Celsius an und ich schwitz­te beim Arbeiten drau­ßen im T‑Shirt. Ich bin nur froh, dass wir kom­pe­ten­te Politikerinnen und Klimaexpertinnen haben, die mir dies Phänomen erklä­ren kön­nen – und das auch noch in ein­fa­chen Worten. Dank Frau von Storch. 

BTW: Das Video ist zwar bereits ein­ein­halb Jahre alt, hat aber an Aktualität nichts ein­ge­büßt. Und es soll mir nie­mand spä­ter sagen kön­nen, man hät­te von nichts gewusst. 

Vielleicht hät­te das Blaublut sich bes­ser von einem wirk­li­chen Experten bera­ten las­sen sollen. 

Netzlese

Wenn Heimatminister Seehofer, so wie er behaup­tet, tat­säch­lich in den acht­zi­ger Jahren im Internet unter­wegs war, hät­te er wahr­schein­lich nicht viel gese­hen. Das Netz wie wir es ken­nen, ent­wi­ckel­te sich erst ab Anfang bis Mitte der neun­zi­ger Jahre zu einem Medium für alle. Neben dem gro­ßen Dotcom Boom schuf das Netz eine Vielzahl von Netzpionieren, die das neue Medium zum publi­zie­ren ani­mier­te. Durch die leicht zu erler­nen­de Auszeichnungssprache HTML konn­te jeder sei­ne per­sön­li­chen Präferenzen öffent­lich machen. Das führ­te nicht nur zu skur­ri­len Netzauftritten, wie die des bekann­tes­ten Exhibitionisten String Emil, den es tat­säch­lich noch gibt, son­dern oft­mals zu ambi­tio­nier­ten Versuchen, eine gewis­se Sinnhaftigkeit von Design und Inhalt unter Verwendung meist rudi­men­tä­rer HTML-Kenntnisse zu vereinen. 

Bei vie­len ist es beim Versuch geblie­ben und die größ­ten Trash-Seiten schaff­ten sei­ner­zeit eine Nominierung auf der end­gül­ti­gen Müllseite. Die Müllseite wird seit 2007 nicht mehr aktua­li­siert, was zum einen scha­de ist, aber zum ande­ren ver­ständ­lich, da seit die­ser Zeit vor­ge­fer­tig­te Blogsysteme mit ent­spre­chen­den Themes die Designarbeit über­nah­men und so der Einheitsbrei von WordPress Themes den muti­gen „Designseiten“ Platz machte. 

Aber es gibt sie noch, die ver­we­ge­nen Seiten. Unerschrockene Webmaster, die sich den ästhe­ti­schen Grundprinzipien beharr­lich ver­wei­gern, grund­le­gen­de HTML-Regeln mutig miss­ach­ten und den Besucher mit selbst­ge­fäl­li­ger Orthographie überraschen.

Da wäre WoGru, der tat­säch­lich in der Grotesk-Schriftart Comic Sans MS Belangloses inhalt­lich über­sicht­lich zur Verfügung stellt. Warum er die Seite nicht löscht, die offen­kun­dig als Homepageleiche über­spann­ter Ambition die Hochzeit im Netz zu prä­sen­tie­ren übrig geblie­ben ist, bleibt sein Geheimnis.

Dipl.-Ing. Jürgen A. Neuber hin­ge­gen weist in sei­ner Historie dar­auf hin, sich tat­säch­lich noch um sei­ne Seite zu küm­mern. Der letz­te Eintrag datiert auf den 10. Januar 2019. Jürgen A. Neuber’s Design zeich­net sich durch eine abso­lu­te Unübersichtlichkeit in der Hintergrundfarbe grau, fünf ver­schie­de­nen Schriftfarben und wild ver­teil­ten Texten aus, die zu allem Überfluss teil­wei­se unter­stri­chen sind. In den Texten dann, eben­falls wild gestreut, etli­che Links zu den ver­schie­dens­ten Themengebieten, die den Dipl.-Ing. aus Sachsen interessieren. 

Karl Fritsch nennt eine Homepage sein Eigen, bei der man die Vermutung haben könn­te, es hand­le sich um Satire. Die Seite blinkt und schreit in allen Farben. Die ein­zi­gen Hinweise dar­auf, dass es sich bei Karl Fritsch um eine tat­säch­lich exis­tie­ren­de Person han­deln könn­te, ist ein ver­steck­tes Impressum und die Tatsache, dass auf der Seite nach einer Partnerin gesucht wird, die schlank, Nichtraucherin und haus­halts­af­fin ist.