Darwin Award 2020

Auch die­ses Jahr wie­der fin­det die Preisverleihung des Darwin Award im Internet statt.Zur Erinnerung: Der Darwin Award wird meist post­hum an Menschen ver­lie­hen, die sich durch gren­zen­lo­se Dummheit aus dem Genpool ver­ab­schie­det haben. In die­sem Jahr sind nominiert:

Der schieß­wü­ti­ge Hausbesitzer aus dem US-Bundesstaat Main, der sich mit einer selbst­ge­bas­tel­ten Selbstschussanlage an sei­ner Haustür höchst­ei­gen erschoss.

Ebenfalls aus den USA, aus Montana, ist der Pilot eines Privatflugzeuges nomi­niert. Obschon ihm auf­ge­fal­len war, dass eine Leckage am Tank das Cockpit liter­wei­se mit Sprit flu­te­te, setz­te er den Flug nach einem Zwischenstopp und den drin­gen­den Rat des dor­ti­gen Mechanikers, dies nicht zu tun, fort. Als er sich kurz nach dem Start anders ent­schied, dreh­te er um. Dabei ver­lor er die Kontrolle über das Flugzeug und ende­te auf­grund des aus­ge­lau­fe­nen Treibstoffs in einer Riesenexplosion. 

Die drit­te Nominierung wird an einen Überlebenden ver­lie­hen, jedoch erfüllt der Kandidat vor­aus­sicht­lich das zwei­ten Kriteriums, weil aller Voraussicht nach das Skrotum eben­falls in Mitleidenschaft gezo­gen wor­den ist und sich der Kandidat so aus dem Genpool zurück­ge­zo­gen hat:

Zwei Freunde in Österreich nut­zen an Silvester die Pobacken des Einen zur Abschussrampe für eine Feuerwerksrakete. Der Auserwählte hat sich nach Polizeiangaben offen­bar so erschro­cken, dass er die Pobacken fest zusam­men­kniff; in Folge des­sen konn­te die Rakete nicht star­ten und ist im Bereich des Gesäßes explodiert.

Der Maueröffner

Eher zufäl­lig ver­kün­de­te der ers­te Sekretär der SED des Bezirks von Ost-Berlin Günter Günter Schabowski im Jahre 1989 die neu­en Ausreisebestimmungen der DDR. Danach gab es kein Halten mehr, noch in der Nacht vom 9. zum 10. November die Mauer. Schabowski wur­de so unfrei­wil­lig zum Mitverantwortlichen für den spä­te­ren end­gül­ti­gen Fall der inner­deut­schen Mauer und damit dem Ende des DDR-Regimes. Schabowski sel­ber erlebt das drei­ßig­jäh­ri­ge Jubiläum heu­te nicht, er starb 2015 in Berlin.

Netzlese

Es gibt sie noch, die Desperados im Netz. WordPress und Co sorg­ten zwar mit den Standardtemplates für eine gewis­se Auslese gewag­ter HTML-Seiten (lei­der), den­noch stößt man beim Surfen im Netz auf die ein oder ande­re Seite, die sich aller Gesetzmäßigkeiten wider­setzt. Seid gewiss: Auch ihr wer­det gefunden.

Da ist die Heimseite der Familie Krupicka, deren Webmaster frei­lich durch Abwesenheit glänzt. Die Frameseite (ja sowas gibt‘s tat­säch­lich noch) weist in ihrer Info zur Website auf eine offen­sicht­lich anhal­ten­de Baustelle. Die letz­te Änderung stammt von 2005. Alle wei­te­ren Versuche und Seiten zei­gen so Interessantes wie Hochzeitsbilder aus dem Jahre 2006 und dem gene­rier­ten Hinweise, dass man noch glück­lich ver­hei­ra­tet sei. Immerhin.

http://krupicka.name

Die Seite der Familie Blitz-Hoechst immer­hin bemüht sich mit­un­ter dar­um, ihren Besuchern zu erklä­ren, war­um Seitenbetrieber Gernot Blitz die Seite über­haupt ins Netz gestellt hat. Auf gelb brau­nen Kacheln berich­tet der Webmaster vom Sommerurlaub 2018 und sei­ner Liebe zum SV Darmstadt 98. Laut Webseitenbetreiber Blitz ver­folgt sei­ne Seite kei­ner­lei »poli­ti­sche, reli­giö­se, kom­mer­zi­el­le und welt­an­schau­li­che Zwecke«, was einer­seits Hoffnung macht, aber ander­seits trotz­dem eine Nominierung für Desperadoseiten mit sich bringt. Der Nachsatz könn­te als Entschuldigung an alle Besucher gemeint sein, muss er aber nicht: “Da wir alle glück­lich und gesund sind, möch­ten wir die Besucher unse­rer Seite ein wenig dar­an teil­ha­ben lassen !” 

https://blitzhoechst.lima-city.de

Kultstatus im Netz hat Reinhard Pfaffenberg, löb­li­cher und umtrie­bi­ger Rentner, deren Webseite schon seit Jahren online ist und der sei­ne Aufgabe dar­in sieht, »leid­ge­prüf­ten Erziehungsberechtigten hilf­rei­che Ratschläge zum Umgang mit jugend­li­chen Rabauken zu ertei­len” und über sein »span­nen­des und löb­li­ches Leben zu berich­ten”. Die Seite ist offen­sicht­lich als Satire gedacht, das hin­dert aber Besucher nicht am Schreiben von Leserbriefen zu Händen des Herrn Pfaffenberg. Schön auch die Seite Kummerkasten, auf der Reinhard Pfaffenberg zu all­täg­li­chen Problemen sei­ner Leser Stellung nimmt. 

http://pfaffenberg.permuda.net

Stromlos

Franz Josef Wagner ist Kolumnist der BILD Zeitung und für sei­ne Spalte »Post von Wagner«, berühmt berüch­tigt. Ob pis­sen­de Männer, sinn­li­che Frauen, Wagner poe­ti­siert zu jedem Thema. Meistens ist das unfrei­wil­lig komisch, wenn er wie­der ein­mal mit­hil­fe sei­nes stil­prä­gen­den Brachialgeschreibsels sein Inneres erklärt. Der Sieg der Grünen bei der EU-Wahl war offen­sicht­lich dem hart­ge­sot­te­nen Wagner zu viel, sieht er sich doch mit der Umweltpartei in die Steinzeit zurück­ver­setzt. Warum er aller­dings aus­ge­rech­net eine Herztransplantation ver­mis­sen wür­de, bleibt sein Geheimnis, ist aber viel­leicht mit dem Zigarettenkonsum Wagners zu erklären. 

Aber wie sähe unse­re Welt mit den Grünen aus? Kerzen, kein elek­tri­sches Licht, kei­ne Autos, kei­ne Mondfahrt, kei­ne Herztransplantation. 

Quelle: bild.de

Der schnöde Mammon

Mit Blick auf die Ausrichtung der AFD stellt sich offen­kun­dig die Frage, wes­halb die Rechtsextremen gleich mit 30 Kandidaten zur Europawahl antre­ten. Noch am Jahresanfang spra­chen sich auf dem Parteitag in Dresden eine gro­ße Mehrheit der Delegierten für den Austritt Deutschlands aus der EU aus.

Auch sonst ist die Partei nicht gera­de für ihre gro­ße Europaliebe bekannt. Die AFD steht eher für einen auto­ri­tä­ren Nationalradikalismus, sie steht für alles, wofür die EU nicht steht.

Man kann natür­lich nur mut­ma­ßen. Mit Blick auf die schö­ne Entschädigung für EU-Parlamantarier jedoch erhär­tet sich der Verdacht, es kön­ne der schnö­de Mammon sein, der die AFD dazu bewegt in einer Organisation mit­zu­ar­bei­ten, die man dem Wahlvolk ver­spre­chend eigent­lich bekämp­fen will. Als Hochschullehrer, auch in Baden-Württemberg, jeden­falls kann man das Geld nicht ver­die­nen.

Der Sonne erklären, dass sie nicht soviel scheinen soll

In mei­ner Erinnerung war der Februar der käl­tes­te Monat im Winter. Wir Kinder wur­den regel­mä­ßig dick mit Nivea Creme ein­ge­cremt. Mitte Februar herrsch­ten im Sauerland Temperaturen weit in den Minusbereich, meist ein­her­ge­hend mit einem hal­ben Meter Schnee. Jetzt, Mitte Februar 2019 zeigt das Thermometer knapp 20 Grad Celsius an und ich schwitz­te beim Arbeiten drau­ßen im T‑Shirt. Ich bin nur froh, dass wir kom­pe­ten­te Politikerinnen und Klimaexpertinnen haben, die mir dies Phänomen erklä­ren kön­nen – und das auch noch in ein­fa­chen Worten. Dank Frau von Storch. 

BTW: Das Video ist zwar bereits ein­ein­halb Jahre alt, hat aber an Aktualität nichts ein­ge­büßt. Und es soll mir nie­mand spä­ter sagen kön­nen, man hät­te von nichts gewusst. 

Vielleicht hät­te das Blaublut sich bes­ser von einem wirk­li­chen Experten bera­ten las­sen sollen.