Der schnöde Mammon

Mit Blick auf die Ausrichtung der AFD stellt sich offenkundig die Frage, weshalb die Rechtsextremen gleich mit 30 Kandidaten zur Europawahl antreten. Noch am Jahresanfang sprachen sich auf dem Parteitag in Dresden eine große Mehrheit der Delegierten für den Austritt Deutschlands aus der EU aus.

Auch sonst ist die Partei nicht gerade für ihre große Europaliebe bekannt. Die AFD steht eher für einen autoritären Nationalradikalismus, sie steht für alles, wofür die EU nicht steht.

Man kann natürlich nur mutmaßen. Mit Blick auf die schöne Entschädigung für EU-Parlamantarier jedoch erhärtet sich der Verdacht, es könne der schnöde Mammon sein, der die AFD dazu bewegt in einer Organisation mitzuarbeiten, die man dem Wahlvolk versprechend eigentlich bekämpfen will. Als Hochschullehrer, auch in Baden-Württemberg, jedenfalls kann man das Geld nicht verdienen.

Der Sonne erklären, dass sie nicht soviel scheinen soll

In meiner Erinnerung war der Februar der kälteste Monat im Winter. Wir Kinder wurden regelmäßig dick mit Nivea Creme eingecremt. Mitte Februar herrschten im Sauerland Temperaturen weit in den Minusbereich, meist einhergehend mit einem halben Meter Schnee. Jetzt, Mitte Februar 2019 zeigt das Thermometer knapp 20 Grad Celsius an und ich schwitzte beim Arbeiten draußen im T-Shirt. Ich bin nur froh, dass wir kompetente Politikerinnen und Klimaexpertinnen haben, die mir dies Phänomen erklären können – und das auch noch in einfachen Worten. Dank Frau von Storch.

BTW: Das Video ist zwar bereits eineinhalb Jahre alt, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt. Und es soll mir niemand später sagen können, man hätte von nichts gewusst.

Vielleicht hätte das Blaublut sich besser von einem wirklichen Experten beraten lassen sollen.

Netzlese

Wenn Heimatminister Seehofer, so wie er behauptet, tatsächlich in den achtziger Jahren im Internet unterwegs war, hätte er wahrscheinlich nicht viel gesehen. Das Netz wie wir es kennen, entwickelte sich erst ab Anfang bis Mitte der neunziger Jahre zu einem Medium für alle. Neben dem großen Dotcom Boom schuf das Netz eine Vielzahl von Netzpionieren, die das neue Medium zum publizieren animierte. Durch die leicht zu erlernende Auszeichnungssprache HTML konnte jeder seine persönlichen Präferenzen öffentlich machen. Das führte nicht nur zu skurrilen Netzauftritten, wie die des bekanntesten Exhibitionisten String Emil, den es tatsächlich noch gibt, sondern oftmals zu ambitionierten Versuchen, eine gewisse Sinnhaftigkeit von Design und Inhalt unter Verwendung meist rudimentärer HTML-Kenntnisse zu vereinen.

Bei vielen ist es beim Versuch geblieben und die größten Trash-Seiten schafften seinerzeit eine Nominierung auf der endgültigen Müllseite. Die Müllseite wird seit 2007 nicht mehr aktualisiert, was zum einen schade ist, aber zum anderen verständlich, da seit dieser Zeit vorgefertigte Blogsysteme mit entsprechenden Themes die Designarbeit übernahmen und so der Einheitsbrei von WordPress Themes den mutigen „Designseiten“ Platz machte.

Aber es gibt sie noch, die verwegenen Seiten. Unerschrockene Webmaster, die sich den ästhetischen Grundprinzipien beharrlich verweigern, grundlegende HTML-Regeln mutig missachten und den Besucher mit selbstgefälliger Orthographie überraschen.

Da wäre WoGru, der tatsächlich in der Grotesk-Schriftart Comic Sans MS Belangloses inhaltlich übersichtlich zur Verfügung stellt. Warum er die Seite nicht löscht, die offenkundig als Homepageleiche überspannter Ambition die Hochzeit im Netz zu präsentieren übrig geblieben ist, bleibt sein Geheimnis.

Dipl.-Ing. Jürgen A. Neuber hingegen weist in seiner Historie darauf hin, sich tatsächlich noch um seine Seite zu kümmern. Der letzte Eintrag datiert auf den 10. Januar 2019. Jürgen A. Neuber’s Design zeichnet sich durch eine absolute Unübersichtlichkeit in der Hintergrundfarbe grau, fünf verschiedenen Schriftfarben und wild verteilten Texten aus, die zu allem Überfluss teilweise unterstrichen sind. In den Texten dann, ebenfalls wild gestreut, etliche Links zu den verschiedensten Themengebieten, die den Dipl.-Ing. aus Sachsen interessieren.

Karl Fritsch nennt eine Homepage sein Eigen, bei der man die Vermutung haben könnte, es handle sich um Satire. Die Seite blinkt und schreit in allen Farben. Die einzigen Hinweise darauf, dass es sich bei Karl Fritsch um eine tatsächlich existierende Person handeln könnte, ist ein verstecktes Impressum und die Tatsache, dass auf der Seite nach einer Partnerin gesucht wird, die schlank, Nichtraucherin und haushaltsaffin ist.

Fahnenappell

Antrag des AD-Abgeordneten Alexander Tassis an die Bremische Bürgerschaft:

Der Senat wird dazu aufgefordert, die Schulhöfe im Land Bremen mit Fahnenmasten zu ertüchtigen und ein Konzept vorzulegen, in welchem Rahmen an jedem Montag einer Schulwoche in der ersten großen Pause auf den Schulhöfen der Stadtgemeinden Bremerhaven und Bremen Fahnenappelle mit sämtlichen Schülern, dem Lehrkörper und sonstigen Beschäftigten an der Schule, durchgeführt werden können und hat der Bürgerschaft darüber zu berichten.

Generell soll während des Hissens der Bundesflagge die deutsche Nationalhymne gesungen werden und darf außer der Bundesflagge schwarz-rot-gold und eventuellen schuleignen Symbolen auf Schulhöfen nicht geflaggt werden.

Woran erinnert mich das bloß?