Ein Jahr Linux

Fast ein Jahr ist mein Umstieg auf Linux, genau­er Linux Mint jetzt her, Zeit also, ein kur­zes Fazit zu ziehen.

Gestern, nach elf Monaten rei­bungs­lo­sem Einsatz des Betriebssystems, plötz­lich beim Hochfahren des Computers: Nichts. Der Bootloader fand Linux nicht mehr, die ande­re Festplatte mit Windows star­te­te pro­blem­los. Aber – auch hier zeigt sich die Stärke von Linux: ein kur­zer Scan im Recovery Modus in der Bootloader Auswahl mit der Option »Dateien repa­rie­ren« und schon setz­te Linus einen von mir ges­tern falsch aus­ge­wähl­ten Treiber für die Grafikkarte zurück. Im Anschluss war Linux Mint sofort wie­der einsatzbereit. 

Es gibt vie­le Gründe, war­um Linux bes­ser ist und es gibt min­des­tens genau so vie­le Fans, die gebets­müh­len­ar­tig auf die Vorzüge von Linux hin­wei­sen. Nichts ande­res als bei den Apple-Jüngern, die ihren Mac als ein­zig wah­ren Computer fei­ern. Für mich per­sön­lich war der Hauptgrund auf der Suche nach einem alter­na­ti­ven OS ganz einfach.

Mit zuneh­men­dem Alter ver­su­che ich alles aus mei­ner Umgebung zu ver­ban­nen, was mich nervt. Windows gehör­te dazu. Ich nutz­te Windows nur noch für Photoshop. Trotz Alternativen wie Gimp bleibt Photoshop für mich die Nummer eins in der Bildbearbeitung. 

Für mich auch wich­tig, die unbe­grenz­te Designfreiheit. Ich kann mir mein Linux so gestal­ten, wie ich möchte.

Mac OS Design auf Linux
Mac OS Design unter Linux
Im mei­nem Fall nach Mac OS Art, sogar mit Effekten und Schriften von Mac. Ein Windows Desktop ist natür­lich genau so mög­lich, oder ganz krea­tiv auch eige­ne Kompositionen. Themes dazu gibt es bsws. bei noobslab.com

Im übri­gen ist Linux nach einem Jahr im Gebrauch noch so schnell wie am Anfang. Ich habe den direk­ten Vergleich mit Windows 8.1 auf einer zwei­ten Festplatte. Linux war und ist im Booten und in den Anwendungen um Längen schnel­ler als Windows. Das Win 8.1 auf der zwei­ten Festplatte immer noch rela­tiv fix ist (im Win-Vergleich) liegt dar­an, dass ich es fast nicht nut­ze, schon gar nicht für Internet-Anwendungen.

Alles in allem habe ich für mich Linux als Betriebssystem mei­ner Wahl aus­er­ko­ren, ein Zurück zu Windows wird es wohl nicht mehr geben. 

ClipGrab für Linux

Seit ca. einem drei­vier­tel Jahr läuft jetzt Linux auf mei­nem PC. Genauer Linux-Mint. Es tut das was es soll: Es läuft, ohne Murren, ohne Mucken, schnell – auch beim Booten. Keine Virenwarnungen, die auf­plop­pen, kei­ne ner­vi­gen Toolbargeschichten. Keine Crapware. Malware. Junkware. Scareware. Schädliche Software. Dreckssoftware! Software, die einem gehö­rig auf die Nerven geht, wie es jemand so schön formulierte. 

Kein ner­vi­ger Updatezwang usw. usf. 

Linux ist neben einem her­vor­ra­gen­den Betriebssystem Baldrian für die Nerven von Computernutzern. 

Alles funk­tio­niert und es funk­tio­niert gut. Einzig der beschrie­be­ne MP3 Videodownload via Terminal meckert immer etwas an. 

Ich sel­ber habe mich nach ein paar Updates von youtube.dl für das Programm ClipGrap ent­schie­den. Die Software lädt und kon­ver­tiert Videos von Youtube und Vimeo und ande­ren Seiten. 

Videos kön­nen kom­pri­miert wer­den. Für das Extrahieren der Tonspur steht mp3 und und das Audioformat OGG Vorbis zur Verfügung. Videos kön­nen im Dateiformat MPEG4,OGG und im Videoformat von Windows WMV her­un­ter­ge­la­den werden. 

ClipGrab ist schnell, selbst­er­klä­rend zu bedie­nen und kostenlos. 

Hardewarewechsel

Bis jetzt habe ich alle paar Jahre beim Aldi Super Coup zuge­schla­gen und war bis­her immer zufrie­den. Diesmal soll­te es aber ein PC sein, der über eine Konfiguration ver­fügt, die Videodateien auch in HD ohne Murren bewerkstelligt. 

Fündig gewor­den bin ich schließ­lich beim Händler um die Ecke zu einem durch­aus ver­nünf­ti­gen Preis. Nun wer­kelt bei mir ein Leonovo PC mit Linux Mint und Win8.1, einem Prozessor der neue­ren Generation, einer GTX 750 TI Grafikkarte und 16GB Speicher. 

Trotz des durch­aus durch­dach­ten OS Win 8.1 woll­te ich auf Linux natür­lich nicht ver­zich­ten. Allerdings gestal­tet sich die Installation durch­aus nicht mehr so ein­fach. Neue Rechner sind in der Regel mit einem UEFI BIOS aus­ge­stat­tet, zudem macht der SSD-Cache die Installation von Linux als Dualboot nicht einfacher. 

Von ent­schei­den­dem Nachteil war bei mei­nem Neuerwerb auch, dass Win8.1 ohne DVD vor­in­stal­liert war. Ein System-Abbild lässt sich unter Win8.1 offen­bar auch nicht mehr bren­nen, so dass ich auch kein Ersatz zum Nachinstallieren bei einem mög­li­chen Crash gehabt hätte. 

Kurz und gut, wer nicht stun­den­lang aus­pro­bie­ren möch­te, ob sich Win8.1 und Linux nicht doch die Festplatte güt­lich tei­len wol­len, ist mit einer zwei­ten Festplatte bes­ser dran. 

So habe ich es gemacht und habe nun das bes­te bei­der Welten auf zwei getrenn­ten Festplatten. Win8.1 für Video – und Fotobearbeitung und Linux für den Rest. 

Windows 10 gestartet

Seit ges­tern ist Windows 10 ver­öf­fent­licht und 14 Millionen Menschen haben das OS bereits auf ihrem Rechner. Da wer­den Begehrlichkeiten wach. 

Wie hei­se-online berich­tet, über­mit­telt Windows 10 gleich ein gan­zes Bündel an Daten an die Microsoft Server. Dazu zäh­len bspws. der Standort des Geräts, der Web-Browser Verlauf, Favoriten und Webseiten, die der Benutzer geöff­net hat, Apps aus dem haus­ei­ge­nen App-Store und alle bio­me­tri­schen Daten, Stichwort Gesichtserkennung, Aussprache usw.usf. Windows wird so zu Datensammelstelle. 

Außerdem, so hei­se wei­ter, gene­rie­re Windows »für jeden Benutzer eines Gerätes eine unver­wech­sel­ba­re Werbe-ID. Diese kann von App-Entwicklern und Werbenetzwerken dazu ver­wen­det wer­den, um “rele­van­te­re Werbung anzubieten”. 

Frühzeitig bekannt wur­de eben­falls, dass Windows 10 das Wlan Passwort Freunden aus Facebook und Kontakten von Outlook mit­teilt.

Zwar kann man in den Einstellungen all die­se Dinge in Windows 10 auch unter­sa­gen, jedoch dürf­te das eine trü­ge­ri­sche Sicherheit sein. 

Programme unter Linux installieren

Unter Linux gibt es gleich meh­re­re Möglichkeiten Programme zu instal­lie­ren. Allerdings – und das ist Teil des Sicherheitskonzeptes – las­sen sich kei­ne .exe-Dateien aus­füh­ren. Die Programme, die unter Windows lau­fen, funk­tio­nie­ren nicht unter Linux. Das heißt aber auch: Keine uner­wünsch­te Spyware, die sich bspws. als Toolbar im Browser selb­stän­dig installiert.

Linux hat ein aus­ge­klü­gel­tes Konzept, wie Software auf den Rechner kommt. 

Für die Linux Distributionen sind aus­ge­wähl­te Softwarepakete bereit gestellt. 

Installieren über die Anwenderverwaltung 

anwenderverwaltung

Ubuntu und vie­le dar­auf auf­set­zen­den Linux Distributionen haben eine Software – bzw. Anwendungsverwaltung. Ähnlich eines App-Stores hat Linux hier für jenen Zweck geprüf­te Programme parat und das zumeist kostenlos.
Wem also die mit dem System mit­in­stal­lier­te Software nicht aus­reicht, kann hier unter zig­tau­sen­den Paketen die für den Anwender rich­ti­ge Software aus­wäh­len. Die Anwendungsverwaltung bie­tet als Orientierungshilfe ver­schie­de­ne Kategorien, wie z.B. Internet, Musik, Video, Grafik, usw.
Über die Suchfunktion lässt sich gezielt nach benö­tig­ter Software suchen.

Die Paketverwaltung

packetverwaltung

Eine wei­te­re Möglichkeit für Programme ist die Paketverwaltung von Linux. Hier kön­nen Programmpakete her­un­ter­ge­la­den, instal­liert und deinstal­liert werden.
Die Paket – bzw. Anwenderverwaltung fin­det man unter ->System ->Synaptic-Paketverwaltung, bzw. Softwareverwaltung. 

Installation direkt über das Terminal 

install
Wenn der Name der Software bekannt ist, kann ent­spre­chend direkt über das Terminal [Strg+Alt+T] instal­liert wer­den. Hier gibt man ein­fach den Befehl: »sudo apt-get install …« ein. (Ohne Anführungsstriche – Bitte beach­ten: Linux unter­schei­det zwi­schen Groß und Kleinschreibung)
Sollten Abhängigkeiten für das Programm feh­len, lis­tet das Terminal das eben­falls auf. 

Programme kompilieren

configure
Letztendlich gibt es die Möglichkeit Software für Linux aus dem Internet zu laden und zu instal­lie­ren. Die Lösung soll­te nur im Notfall ange­wandt wer­den, da es zu Konflikten mit ande­rer bereits vor­han­de­ner Software kom­men kann und Fremdprogramme natür­lich auch die Sicherheit des Systems gefähr­den können.
Denn — die Tatsache, dass mit den bord­ei­ge­nen Mitteln nur Software aus geprüf­ten Quellen instal­liert wird, macht das System Linux sicher. Es macht also Sinn, den Namen für eine bestimm­te Software die im Internet für Linux ange­bo­ten wird, über die Paketverwaltung suchen zu las­sen. Meist wird man fün­dig, oder es gibt gute Alternativen. 

Software für Linux aus dem Netz liegt meist als gepack­ter Quellcode vor. Zu erken­nen an der Endung .tar.gz
Diese müs­sen ent­packt, dekom­pri­miert und kom­pi­liert wer­den, bevor sie instal­liert wer­den kön­nen. Das hört sich kom­pli­zier­ter an, als es ist.
Hier ein Beispiel für die Software fwbackups.
Nach Download mit Rechtsklick muss das Paket ent­packt wer­den. Alternativ geht das mit dem Terminal

Danach mit dem Terminalbefehl cd in das Downloadverzeichnis und dann in das Paketverzeichnis wech­seln. Danach nach­ein­an­der die drei Befehle eingeben:

./​configure

make

make install

Im Anschluss kann das Programm über das Terminal auf­ge­ru­fen wer­den. Wenn das Programm star­tet, ist es auch rich­tig installiert.
Das Programm wird in der Regel von Linux auto­ma­tisch der rich­ti­gen Kategorie zugeordnet.
which
Sollte das Programm wie­der Erwarten ein­mal nicht gefun­den wer­den, gibt es die Möglichkeit, sich über den Befehl “which” den Pfad des instal­lier­ten Programms anzei­gen zu las­sen. Das instal­lier­te Programm kann man als Verknüpfung (Starter) dann bspws. auf dem Desktop ablegen. 

Erfahrung mit Linux Teil I

Nicht schon wie­der – dies­mal ist es die Uhrzeit. Windows zeigt mir bei jedem Neustart eine ver­kehr­te Uhrzeit an. Das ist nicht nur läs­tig, son­dern auch blöd für zu spei­chern­de Dokumente. Malwarebytes Anti-Malware ent­deckt nach dem Scannen »wie­der ein­mal« ein Rootkit, der allem Anschein nach erfolg­reich ent­fernt wur­de. Eine Never Ending Story unter Windows, die im schlimms­ten Fall zu einer Neuinstallation führt – ⇒wie⇒so⇒oft.

Als ich dann las, dass ein Update für Windows 7 eigent­lich auch nichts ande­res ist, als ein Downloader für Windows 10, war das der berühm­te Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brach­te. Ich will ein Betriebssystem, das sich ganz nach mei­nen Vorstellungen anpas­sen lässt, schnell und eben kein Einfallstor für Maleware, Viren oder Trojanern ist.

Bei die­ser Auswahl kommt man ganz schnell auf Linux. Daran hat­te ich mich aller­dings bereits vor 16 Jahren erfolg­los ver­sucht und so war ich anfangs skep­tisch. Da bei mir in der Büro Ecke noch ein altes Netbook mit zuge­müll­tem Windows sein trost­lo­ses Dasein fris­te­te, war ich gewillt, mich noch ein­mal auf das Abenteuer Linux einzulassen. 

Nachdem ich dem Netbook einen neu­en Akku spen­diert hat­te und aus zahl­rei­chen Distributionen die mir pas­send erschei­nen­de Distribution Ubuntu völ­lig pro­blem­los instal­liert bekom­men habe, war die Begeisterung groß: Alles funk­tio­nier­te und das in ordent­li­cher Geschwindigkeit.

Wer nun nichts wei­ter möch­te, als mit Linux zu arbei­ten, der kann nach der Installation sofort los­le­gen. Die wich­tigs­ten Programme wer­den bereits mit­in­stal­liert. Wer sich tie­fer mit Linux beschäf­ti­gen möch­te und das Betriebssystem nach eige­nen Wünschen gestal­ten will, für den mar­kiert die Installation nur den Anfang einer lan­gen Reise zum Verständnis von Linux. 

Die Installation auf dem PC als Dualboot System ver­lief nicht ganz so pro­blem­los, zum einen hat­te ich mei­ne Fähigkeiten in Bezug auf Linux über­schätzt, zum ande­ren war es Unachtsamkeit, die mich dazu zwang, Linux und Windows wie­der­holt zu installieren. 

Verzweifeln braucht aber nie­mand, für jedes Problem gibt es im Netz umfang­rei­che Hilfe und da zumin­dest fast jeder Anfängerfehler schon ein­mal gemacht wor­den ist, fin­det sich meist schnell auch eine Lösung. 

Bei Installation als Dualboot auf dem Hauptrechner emp­fiehlt sich ein funk­ti­ons­tüch­ti­ger zwei­ter Rechner, um im Notfall im Netz Hilfe zu fin­den. Eigentlich kann aber so viel nicht pas­sie­ren, denn es gibt immer noch die Chance, im Linux- Live Modus ins das System ein­zu­grei­fen. Oder, wer auf Nummer Sicher gehen will auch nur im Live-System zu tes­ten, ob Linux einem per­sön­lich über­haupt zusagt.

Vor allem gilt aber und das kann nicht oft genug wie­der­holt wer­den: Daten sichern, (E‑Mail Adressbuch und Lesezeichen des Browsers nicht ver­ges­sen). Am bes­ten auf eine exter­ne Festplatte, die für die Zeit der Bastelei mit den gesi­cher­ten Daten weit­ab vom PC im Schreibtisch ver­staut wird. Bei einer ange­schlos­se­nen exter­nen Backup Festplatte ist die Gefahr groß, sich die (ver­meint­lich) siche­ren Daten mit einer Linux Distribution ver­se­hent­lich zu über­schrei­ben. (So blöd wie es klingt, mir ist das tat­säch­lich passiert)

Für die Windows-Partition emp­fiehlt es sich, zusätz­lich ein Systemabbild erstel­len zu las­sen, so kann man nach einem Crash rela­tiv pro­blem­los “sein” Windows wie­der her­stel­len, mit allen Daten und Einstellungen.

Gelöschte Festplatte — Fotos weg?

Recuva

Der Klassiker — Ein Klick und schon ist es pas­siert. Die Schnellformatierung unter Windows hat die Partition auf der Festplatte gelöscht und die Bilder sind weg. Sind die Familienfotos damit für immer verloren? 

Nicht ganz, denn Windows hat im Fall der Schnellformatierung ledig­lich das »Inhaltsverzeichnis« der Festplatte gelöscht. Die Festplatte scheint leer, die Daten sind jedoch mit ein biss­chen Aufwand zu fin­den und wie­der herzustellen. 

Bis zum Abschluss der Arbeiten soll­te natür­lich nichts mehr auf der Partition gespei­chert wer­den, deren Daten wie­der­her­ge­stellt wer­den sol­len, denn — über­schrie­be­ne Daten sind unwie­der­bring­lich weg. 

Wenn es um die Wiederherstellung von Daten wie Bilder oder Texte auf einer “nur” schnell for­ma­tier­ten und noch nicht wie­der beschrie­be­nen Partition oder Festplatte geht, bie­tet sich die Freeware Recuva an. 

In mei­nem Fall hat die Software fast alle ver­meint­lich gelösch­ten Fotos nach inten­si­ver Suche gefun­den (immer­hin 3000 Bilder) und wie­der hergestellt. 

Bei einem Tiefenscann, der fast immer not­wen­dig ist, muss ja nach Partitionsgröße, mit meh­re­ren Stunden Suche gerech­net wer­den. Die Software ist selbst­er­klä­rend und lässt sich hier down­loa­den.

Um übri­gens in Zukunft ganz auf Nummer Sicher zu gehen, emp­fiehlt sich neben der exter­nen Festplatte, die Backups auto­ma­tisch erstel­len soll­te — bei­spiels­wei­se mit Nero, eine zwei­te exter­ne Festplatte, auf der die Kopien der Backups von Zeit zu Zeit gespei­chert wer­den soll­ten, die dann in der Schreibtischschublade auf­be­wahrt wird. So ist man rela­tiv sicher und löscht nicht, wie in mei­nem Fall, gleich Partition und Backuplatte auf einmal.