Die Reihen fest verschlossen

Der Streit um den Raus­wurf des ehe­ma­li­gen Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der AfD-Frak­ti­on im Land­tag Bran­den­burgs, Andre­as Kal­bitz aus der AFD durch Par­tei­chef Jörg Meu­then könn­te am Ende für die Par­tei ungut enden. 

Schon immer haben sich par­tei­in­ter­ne Geg­ner rechts­ra­di­ka­ler Par­tei­en in den eige­nen Rei­hen gegen­über­ge­stan­den. Den einen konn­te die Aus­rich­tung nicht weit genug nach rechts gehen und den ande­ren wäre eine rechts­kon­ser­va­ti­ve Aus­rich­tung der Par­tei lieber.

Jüngs­tes Bei­spiel: Die in der Ver­gan­gen­heit geschei­ter­te Par­tei „Die Repu­bli­ka­ner“ zer­strit­ten sich eben­falls hef­tig über die Aus­rich­tung ihrer Partei. 

In der Par­tei war der Nach­fol­ger von Par­tei­chef Franz Schön­hu­ber, Rolf Schlie­rer, Garant für eine Abgren­zung nach Rechts­au­ßen, aller­dings ver­lor die Par­tei damals ein Drit­tel ihrer Mit­glie­der, die Schlie­rers Kurs und des­sen Ableh­nung zum Deutsch­land­pakt mit NPD und DVU und somit einen gemä­ßig­te­ren Kurs nicht mit­ge­hen wollten.

Die Wäh­ler straf­ten die inte­ren Que­re­len glei­cher­ma­ßen ab; bei der Bun­des­tags­wahl im Jah­re 2009 ent­fie­len auf „Die Repu­bli­ka­ner“ ledig­lich 0,4 Pro­zent der Stimmen. 

Das Schick­sal war besie­gelt, die Par­tei spielt heu­te in der poli­ti­schen Land­schaft kei­ne Rol­le mehr. 

Das glei­che Schick­sal könn­te nun nicht nur Meu­then, son­dern die gesam­te AFD tref­fen. Meu­then sel­ber hat gar kei­ne ande­re Wahl, als den Schwenk sei­ner Par­tei weg vom Rechts­ra­di­ka­lis­mus zu ver­su­chen. Soll­te er schei­tern, ist er als Par­tei­chef aller­dings nicht mehr zu halten. 

Dann wäre eine Über­wa­chung durch den Ver­fas­sungs­schutz nicht mehr zu ver­hin­dern. In dem Fall muss Meu­then um sei­nen sei­nen Beam­ten­sta­tus eben­so fürch­ten, wie um sein Man­dat im Europaparlament. 

Gewinnt Meu­then die Schlacht, könn­te er gestärkt als Par­tei­chef her­vor­ge­hen, muss aber befürch­ten, dass die Wäh­ler und Wäh­le­rin­nen den Kurs­wech­sel emp­find­lich abstra­fen, schließ­lich wird die AFD nicht wegen Meu­thens Markt­ra­di­ka­lis­mus gewählt, zumin­dest nicht von der Mehr­heit ihrer Wähler.

Die Chan­cen für die Extre­mis­ten in der AFD indes ste­hen gut; ein ord­nungs­ge­mä­ßes Par­tei­aus­schluss­ver­fah­ren hat es nicht gege­ben, Kal­bitz könn­te somit bei einem Rechts­streit obsiegen.

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