Hanoi in Berlin

Ein­gang zum Dong Xuang Markt in Berlin

Der Zugang zur asia­ti­schen Welt ver­birgt sich in einer Lager­hal­le hin­ter einem Plas­tik­vor­hang. Seit 2006 befin­det sich auf frei geräum­ten Flä­chen auf dem ehe­ma­li­gen Gelän­de der VEB Elek­tro­koh­le Lich­ten­berg das asia­ti­sche Handels‑, Geschäfts- und Ein­kaufs­zen­trum Dong Xuan Cen­ter.

Gut ver­steckt hin­ter Back­stein­rui­nen, auf 160.000 Qua­drat­me­ter erstreckt sich eine eige­ne asia­ti­sche Welt. Wer durch das Por­tal kommt und die ers­te Lager­hal­le betritt, begibt sich in die Welt von Kitsch und Nip­pes. Plas­tik in allen For­men und Vari­an­ten domi­nie­ren den Markt.

So stellt man sich einen Markt in Asi­en vor. Dicht gedräng­te Gän­ge, rechts und links deko­riert mit Win­ke-Kat­zen und blin­ken­den Neon­lich­tern. Etwas wei­ter dann rie­si­ge Fische in Was­ser­be­cken, die bei Bestel­lung vor Ort küchen­fer­tig zube­rei­tet werden. 

Nichts für Zart­be­sai­te­te. Über­haupt, dem deut­schen Ord­nung – und Sau­ber­keits­fim­mel ist das asia­ti­sche Ein­kaufs­cen­ter abträg­lich; meist wird vom Boden aus ver­kauft. Rauch­ver­bots­schil­der wer­den von den Viet­na­me­sen sto­isch ignoriert.
Beim Gang durch die Hal­len, wer­de ich kri­tisch beäugt. Offen­sicht­lich liegt das nicht an mei­ner Her­kunft, son­dern an mei­ner Kame­ra; Foto­gra­fie­ren wird hier nicht so ger­ne gesehen. 

Dienst­leis­ter bie­ten Haar­schnit­te und Mas­sa­gen, in unzäh­li­gen Nail-Shops gibt es künst­li­che Fin­ger­nä­gel und Ver­zie­run­gen. Ganz Muti­ge kön­nen sich im Tat­too-Stu­dio täto­wie­ren las­sen, sogar eine Botox-Behand­lung wird ange­bo­ten. Das Cen­ter im Gewer­be­ge­biet an der Herz­berg­stra­ße in Ber­lin Lich­ten­berg dient den Asia­ten in Ber­lin auch als Ort der Begeg­nung, aller­dings nut­zen ver­mehrt auch Deut­sche die Gele­gen­heit z.b. zum Ein­kauf asia­ti­scher Spezialitäten.

In den Restau­rants wird wenig Rück­sicht auf deut­sche Gepflo­gen­hei­ten genom­men. War­um auch, schließ­lich haben die Asia­ten auf dem Gelän­de eine Welt für sich gebaut; Deut­sche aller­dings sind trotz­dem will­kom­men. Man muss sich nur an ohren­be­täu­ben­de asia­ti­sche Musik, ver­mischt mit der Geräusch­ku­lis­se eben­so laut­star­ker viet­na­me­si­scher Kom­mu­ni­ka­ti­on gewöhnen. 

Das Essen über­rascht posi­tiv, ent­ge­gen land­läu­fi­ger Mei­nung waren die asia­ti­schen Nudeln mit dem kross gebra­te­nen Hähn­chen sehr gut. Der bösen Gerüch­te Lügen stra­fend, han­del­te es sich tat­säch­lich um Hähn­chen und nicht wie man auf­grund der Grö­ße ver­mu­ten könn­te, um das in Euro­pa belieb­tes­te Haustier. 

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