Intel inside

Die Bun­des­re­gie­rung sub­ven­tio­niert den Chip­her­stel­ler Intel, ins­be­son­de­re Robert Habeck hat­te sich dafür stark­ge­macht. Intel Cor­po­ra­ti­on ist ein US-ame­ri­ka­ni­scher Halb­lei­ter­her­stel­ler mit Haupt­sitz im kali­for­ni­schen San­ta Cla­ra und hat im Jah­re 2022 einen Umsatz von 63 Mil­li­ar­den US-Dol­lar gemacht. 

10 Mil­li­ar­den Euro lässt sich die Bun­des­re­gie­rung die Ansied­lung des zweit­größ­ten Chip­her­stel­lers in Mag­de­burg kos­ten. Bis­her waren 6,8 Mil­li­ar­den Euro Sub­ven­tio­nen durch die Ampel­ko­ali­ti­on ver­spro­chen. Intel for­der­te aller­dings auf­grund der hohen Ener­gie­prei­se in Deutsch­land deut­lich mehr Geld.

Die Bun­des­re­gie­rung, die für die hohen Ener­gie­prei­se ver­ant­wort­lich ist, reagier­te und stock­te die Sub­ven­tio­nen auf knapp 10 Mil­li­ar­den Euro auf. 

Das Unter­neh­men Intel hängt übri­gens nicht am Flie­gen­fän­ger – ganz im Gegen­teil, Intel ver­zeich­net im letz­ten Jahr einen Gewinn von 8 Mil­li­ar­den Dol­lar und ver­fügt über eine Eigen­ka­pi­tal­quo­te von über 50 Pro­zent. Das Geld für die mil­li­ar­den­schwe­re Sub­ven­ti­on kommt aus dem Son­der­ver­mö­gen des Kli­ma­fonds, wel­ches offen­sicht­lich eine immer spru­deln­de Geld­quel­le ist. Auch die Sub­ven­tio­nen für die Wär­me­pum­pen für alle soll aus die­sem Topf kommen. 

Die­ses »Son­der­ver­mö­gen« dient als Kli­ma- und Trans­for­ma­ti­ons­fonds und soll zur För­de­rung einer umwelt­scho­nen­den und bezahl­ba­ren Ener­gie­ver­sor­gung die­nen, wobei Intel ja min­des­tens die zwei­te For­de­rung für sich erfolg­reich bei der Bun­des­re­gie­rung rekla­mie­ren kann.

Der grü­ne Wirt­schafts­mi­nis­ter Habeck sieht kei­ne Pro­ble­me damit, Geld aus dem Kli­mat­opf zu neh­men, um damit ein schwer­rei­ches ame­ri­ka­ni­sches Unter­neh­men zu sub­ven­tio­nie­ren. Er sprach in die­sem Zusam­men­hang von einem gro­ßen Erfolg in der „Ver­stän­di­gung“ mit Intel und sieht die Mil­li­ar­den­sub­ven­ti­on als star­ke Inves­ti­ti­on in die Zukunft. 

Wenn die Grü­nen nichts kön­nen, das Prin­zip des Neo­li­be­ra­lis­mus haben sie verstanden. 

5 Comments Intel inside

  1. Horst Schulte

    Die Grü­nen mögen das Prin­zip zwar ver­stan­den haben. Ich unter­stel­le Habeck aller­dings nicht, öko­no­mi­sche Zusam­men­hän­ge zu ver­ste­hen. Bele­ge dafür soll­te jeder mit­be­kom­men haben 🙂
    Wenn die­se ver­rück­te Sub­ven­ti­ons­leis­tung auch nur im Ent­fern­tes­ten als Bei­trag zum Neu­deutsch Deris­king ver­stan­den wer­den, wäre dies ein wei­te­rer Hin­weis. Die deut­sche Regie­rung wird doch hof­fent­lich nicht anneh­men, dass Intel als Amikon­zern Chips für den deut­schen Markt reser­vie­ren wür­de. Die wer­den im Not­fall ihre Pro­duk­ti­on pflicht­schul­digst in die USA lie­fern und wir schau­en trotz der enor­men Inves­ti­ti­on in die Röh­re. Und als Arbeits­platz­sub­ven­ti­on wären 3 Mio. wohl etwas unan­ge­mes­sen. Grü­ne halt.

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    1. Peter Lohren

      Ich den­ke, die Grü­nen wer­den inzwi­schen mit­be­kom­men haben, dass sie mit ihrer Poli­tik die Deindus­tria­li­sie­rung der Bun­des­re­pu­blik vor­an­trei­ben. Aus die­sem Grund ver­spricht Habeck mas­si­ve staat­li­che Unter­stüt­zung, z.b. beim Indus­trie­strom, der Wirt­schafts­mi­nis­ter nennt das Brü­cken­sub­ven­ti­on. Ein­ge­denk der Tat­sa­che, dass Sub­ven­tio­nen – erst ein­mal in Kraft – nur sel­ten zurück­ge­nom­men wer­den, stellt sich die Fra­ge, was ist am Ende der Brü­cke? Der Strom wird ja nie wie­der bil­lig werden. 

      Der Traum von einer flä­chen­de­cken­den Strom­ver­sor­gung mit rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie ist selbst bei den här­tes­ten grü­nen Ideo­lo­gen aus­ge­träumt, den auch die drän­gen auf den Bau von Gas­kraft­wer­ken in Deutschland. 

      Trotz aller Not­wen­dig­keit von staat­li­cher Sub­ven­tio­nie­rung stellt sich für mich die Sinn­fra­ge einer Sub­ven­ti­on immer dann, wenn es über eine Anschub­fi­nan­zie­rung hinausgeht. 

      Das gilt für Intel genau­so wie für den Indus­trie­strom. Und – das sehe ich auch wie du: Intel wird kei­ner­lei Rück­sicht auf deut­sche Befind­lich­kei­ten neh­men. Die haben, mit dem durch die Bun­des­re­gie­rung selbst ver­schul­de­ten zweit­höchs­ten Strom­preis der Welt, eine Geld­druck­ma­schi­ne für sich erfun­den; nach den 10 Mil­li­ar­den dürf­te noch lan­ge nicht Schluss sein, oder sie gehen halt mit dem Argu­ment der teu­ren Ener­gie wie­der zurück in die USA.

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  2. Dr. Nerd

    Hall­öle,
    dass wir auf­grund der aktu­el­len wirt­schaft­li­chen und geo­po­li­ti­schen Lage schon längst ein Back­up im Bereich Chip-Her­stel­lung — mög­lichst in Euro­pa — hät­ten anschaf­fen sol­len ist, den­ke ich jedem klar. Chi­na wird sich frü­her oder spä­ter Tai­wan ein­ver­lei­ben. Was dies mit der Mäch­te­ver­schie­bung macht, möch­te ich mir gar nicht vor­stel­len. Soll­ten sich die USA ein­mi­schen schlit­tern wir direkt in den 3. Welt­krieg. Wir sind jetzt schon nur eine Haa­res­brei­te davon entfernt..
    Wie es jetzt mit intel gemacht wird, ist natür­lich wie­der stüm­per­haft. Man könn­te auch sagen: typisch Deutsch. Ent­we­der die Büro­kra­tie blockt alles weg, oder es ist alles so unaus­ge­go­ren, dass man die Leu­te rei­hen­wei­se noch mal ins BWL-Stu­di­um schi­cken müss­te — oder wenigs­tens noch mal zur Grund­schu­le um die Grund­re­chen­ar­ten noch mal durchzukauen..
    Eine Chips-Brä­te­rei hat­ten wir aber doch in Deutsch­land schon mal. Sogar die moderns­te. Infi­ne­on hat­te (so mei­ne ich mich zu erin­nern) in den neu­en Bun­des­län­dern ein Chips-Werk gebaut. Und ging dann nach kur­zer Zeit in bil­li­ger pro­du­zie­ren­de Regio­nen (ein Schick­sal, wel­ches ich der Musk­schen Giga-Fac­to­ry auch voraussage).
    Dass wir intel (und Tes­la) für eine erkleck­li­che Sum­me nach Deutsch­land holen ist dann viel­leicht ein klei­ner Aus­gleich für die ande­ren gro­ßen Fir­men, die Deutsch­land momen­tan in Rich­tung USA verlassen.
    Dumm ist nur, dass die­se Inves­ti­ti­on kaum über Steu­ern refi­nan­zier­bar sein wird. Voll­au­to­ma­ti­sche Fer­ti­gung mit nur einer Hand­voll Per­so­nal — die zurück­flie­ßen­de Lohn­steu­er wird nicht in einer Mil­li­on Jah­ren aus­rei­chen, die­se Steu­er­ge­schen­ke wie­der rein­zu­ho­len (und was Elon Musk von fai­rer Bezah­lung hält, wis­sen wir ja auch). Dazu ist der Fir­men­sitz in den USA — dürf­te klar sein, dass da auch was die Gewer­be­steu­er angeht nicht viel zu holen sein wird.
    Es bleibt also span­nend in Deutsch­land — jemand Popcorn?
    CU
    P.

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    1. Peter Lohren

      Hal­lo Peter,

      ein Werk von Infi­ne­on habe ich hier direkt vor der Tür. Was ich nicht begrei­fe: Die Bun­des­re­gie­rung muss­te doch wis­sen, dass alle bis­her getrof­fe­nen Maß­nah­men Ener­gie in der Bun­des­re­pu­blik extrem ver­teu­ern wür­de. (Das Ende ist ja noch lan­ge nichts abzusehen)

      Im Anschluss sub­ven­tio­nier­te ich dann mit Steu­er­gel­dern gegen die selbst ver­urach­te Mise­re an? 

      Ich kann mir auch kei­nen kre­dit­fi­na­zier­ten Por­sche kau­fen und dann die Raten­zah­lung mei­nem Nach­barn überlassen.

      Der größ­te Coup ist dabei mei­ner Ansicht, dann nach noch mal einen ordent­li­chen Nach­schlag auf­grund der Ener­gie­prei­se in Deutsch­land zu for­dern, der offen­sicht­lich ohne gro­ßes Mur­ren geneh­migt wor­den ist. 

      Ich ver­mu­te, die Mana­ger von Intel kom­men vor Lachen nicht in den Schlaf. 

      Gruß in die Ruhr Metropole

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