Ist der Zenit für Blogs überschritten?

Mit den Blogs ist das ein biss­chen so wie mit dem Motorradfahren. Bikerinnen und Biker sind meist jen­seits der grau­en Haare ange­langt und die meis­ten fah­ren bereits seit Jahrzehnten. Nachwuchs? Kaum oder nur ver­ein­zelt. Meine ers­ten Blogversuche hin­gen zusam­men mit einer der ers­ten WordPress-Versionen, damals noch mit dem Theme Kubrik. (Das es heu­te übri­gens wie­der gibt) . Also auch schon ein paar Jahre her

Wieso hat alle Welt damals eigent­lich einen Blog betrie­ben? Keine Ahnung, es war wohl die Faszination Technik gepaart mit der Faszination Sprache. Für mich sym­bo­li­siert das/​der? Blog die Machbarkeit im Netz. 

Das Web edi­tie­ren zu kön­nen ist genau­so wich­tig wie durch das Web zu brow­sen, beton­te der Erfinder der Sprache des Webs, Tim Berners-Lee. Der Begründer des World Wide Web sah im Netz die Verwirklichung der Idee einer Gesellschaft, die geprägt ist von fla­chen Hierarchien, har­mo­ni­scher Kooperation, Toleranz und Offenheit für Vielfalt. 

Welch‘ Irrtum, zumin­dest wenn man sich die sozia­len Netzwerke anguckt. Für die meis­ten Blogger aller­dings ste­hen die­se Werte immer noch für etwas, was ihren Eigenschaften am nächs­ten kommt. Vielleicht ist es auch Trotz, der uns Blogger immer wie­der an den PC treibt. Wer bloggt, denkt nach und rotzt kei­ne blöd­sin­ni­gen Schnellschüsse ins Netz. 

Das Reflektieren eines Themas bringt einen meist von ganz allein dazu, Gegenargumenten zugäng­lich zu sein. Das tut gut, nicht nur uns sel­ber son­dern der gan­zen Argumentation, denn so ent­steht erst eine Diskussion.

Die Zeit ist zwar schnell­le­bi­ger gewor­den und Social Media Kanäle pas­sen da ver­meint­lich bes­ser, aber Blogs haben ihre Berechtigung. Für Festgehaltenes, oder als Nachschlagewerk. Für mich ist das Netz eine Art per­sön­li­ches Archiv, es ist mir ver­traut, ich fin­de dort alles und my Home ist dort my Castle. 

Ich wür­de bei nähe­rer Betrachtung noch nicht ein­mal einen Sinn dar­in sehen, einen Blog zu betrie­ben. Es muss ja auch nicht immer alles einen Sinn haben, ande­re sam­meln viel­leicht Briefmarken und sind glück­lich mit ihren Hobby. 

Wenn Erfolg Ansporn ist, dann ist das wohl zu sehen, dass es noch Menschen gibt, die eben­falls und meist aus ähn­li­chen Motiven bloggen. 

Oder ein­fach die Idee Tim Bernes-Lee wei­ter zu denken. 

Mehr dazu unter:
start-talking.de/das-blog-ein-medium-von-gestern-blogparade-liveloveblog

#Blogparade

6 Gedanken zu „Ist der Zenit für Blogs überschritten?“

  1. Hallo Peter,
    ein Namensvetter von mir — na, wenn das bei der Blog-Parade von Meike nicht zu Irritationen beim weib­li­chen Publikum führt, wer der “Einzig wah­re Peter” ist.. ;-)
    Dein Satz: “Vielleicht ist es auch Trotz, der uns Blogger immer wie­der an den PC treibt. Wer bloggt, denkt nach und rotzt kei­ne blöd­sin­ni­gen Schnellschüsse ins Netz.” — hat viel wah­res. Grade Blogger sind (so sehe ich es jeden­falls) Alphatiere und Verstandmenschen. Das Niveau in sozia­len Netzwerken mit Kommentaren, die direkt beim lesen schon auf den Synapsen schmer­zen tun wir uns nicht ger­ne an. Also, ich jeden­falls nicht mehr. Facebook habe ich schon vor Jahren ver­las­sen. Mein “Gift” kann ich auf mei­nem Blog ver­brei­ten, ohne dass Meldeuschis sich ange­grif­fen füh­len und den Beitrag sper­ren las­sen oder ein Shitstorm der Seilschaften über einen hereinbricht.
    Ich blog­ge jetzt auch schon seit 2006 — es macht mir immer noch Spass. Klar die ewi­gen Versuche der regu­lie­run­gen und immer neue Gesetze, die nur Abmahnanwälte reich machen — that sucks. Aber das ist ja im nor­ma­len täg­li­chen Leben nicht anders. Alleine bei Corona ist ja jeden Tag beim auf­ste­hen wie­der irgend eine neue Verordnung in Kraft.
    Ich wünsch Dir jeden Fall noch lan­ge Lust am bloggen..
    CU
    Peter

  2. Hallo Namensvetter, ;-)

    vie­len Dank. Wenn man will, haben sogar die recht­li­chen Hürden für uns Blogger eine posi­ti­ve Seite. Wir müs­sen uns damit beschäf­ti­gen und erwei­tern so ganz neben­bei unse­re Kompetenzen. Das ist viel­leicht auch ein Grund zu blog­gen; neben dem Schreiben noch ande­re Fähigkeiten zu erler­nen (erler­nen zu müs­sen). Und das kann ja auch Spaß machen. BTW: Schöner Blog, hebt sich krea­tiv vom Standard ab ;-) 

  3. Hallo Peter,
    ja, das Theme fand ich für mein Magazin Format des Blogs super­pas­send. Leider ist es noch ganz neu und nicht 100% fer­tig — ich müss­te da alle alten Blogbeiträge von den Shortcodes des vori­gen Themes befrei­en.. Deshalb bin ich erst mal wie­der zum alten Theme gewech­selt.. “Jannah” ist auch ganz schick.. ;-)
    CU und bleib gesund
    Peter

  4. Sehr schö­ner Beitrag! Ich lie­be Deinen Satz “Wer bloggt, denkt nach und rotzt kei­ne blöd­sin­ni­gen Schnellschüsse ins Netz.” Das ist soo wahr!
    Liebe Grüße
    Ulrike

  5. Bloggen auf mei­ner Seite, ist mei­ne per­sön­li­che Freiheit, auf der ich auch mal die Genres mischen darf nach mei­nem Gusto. Schreiben und Leben. Viele Grüße von einem Verstandmenschen, aber auch einer Romantikerin in die Runde. Alles ger­ne gelesen.

  6. Vielen Dank, wün­schen wir uns allen noch vie­le unter­halt­sa­me Ideen, Reflexionen und Geschichten ;-)

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