Maut für alle

Jetzt ist es amt­lich, die Maut kommt und letzt­end­lich wer­den wir alle kräf­tig zah­len müs­sen. Die Bun­des­re­gie­rung plant außer­dem, das gesam­te Auto­bahn­netz zu pri­va­ti­sie­ren. Eine Infra­struk­tur­ge­sell­schaft soll sich nach Wil­len der Bun­des­re­gie­rung um Bau, Betrieb und Finan­zie­rung der deut­schen Auto­bah­nen küm­mern. Das könn­te für den Auto­fah­rer teu­er wer­den, ein pri­va­tes Unter­neh­men muss und will natür­lich Geld verdienen. 

Damit hat Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Dob­rindt einen gro­ßen Coup gelan­det; die Maut erleich­tert einem pri­va­ten Unter­neh­men die Zwangs­ge­büh­ren zu erhe­ben. Nach Unter­la­gen des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums war die Ein­füh­rung der Maut Vor­aus­set­zung dafür, pri­va­te Inves­to­ren anzulocken. 

Klar ist: das weckt Begehr­lich­kei­ten. Das klam­me Land NRW ver­sucht sich nun an einem Gesetz­ent­wurf, um Inves­to­ren auch für die Land­stra­ßen zu gewin­nen. Pro­blem dabei: Eine posi­ti­ve Grund­stim­mung für eine wei­te­re Maut bei den Bun­des­bür­gern zu erzeu­gen. Dob­rindt hat­te das mit dem genia­len Argu­men­ta­ti­on einer Maut nur für Aus­län­der geschafft. Nicht weni­ge Bun­des­bür­ger haben den Unsinn geglaubt. 

Die Idee für eine Ein­füh­rung der Maut für die Land­stra­ßen ist eben­so geni­al: Teil­ab­schnit­te von Land­stra­ßen wer­den ersetzt durch Bun­des­au­to­bah­nen: die Teil­stre­cke der B55 wur­de bpsw. sei­ner­zeit durch einen Stre­cken­ab­schnitt der A4 ersetzt. Die­se Teil­ab­schnit­te wer­den an die Infra­struk­tur GmbH ver­kauft, die ent­spre­chend Gebüh­ren erhebt. 

Der Clou: Alle Hin­wei­se auf einen neu­en Stre­cken­ab­schnitt wer­den ent­fernt. Der Auto­fah­rer weiß also nicht, ob er sich auf einer Land­stra­ße oder Bun­des­au­to­bahn befin­det. Die Nut­zung der Teil­ab­schnit­te wer­den auto­ma­tisch erfasst und die Gebühr mit­tels des inzwi­schen zwin­gen­den Last­schrift­ver­fah­rens als zusätz­li­che KFZ-Steu­er vom Kon­to abgebucht. 

Lan­des – und Bun­des­re­gie­rung wol­len damit den Ser­vice am Kun­den stär­ken. „Wenn der Bür­ger nicht merkt, dass er eigent­lich für Land­stra­ßen zahlt, ist das für alle bes­ser,“ so ein Spre­cher des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums.

Update: Upps, das soll­te eigent­lich ein April­scherz sein, offen­bar ist min­des­tens der ers­te Teil des Tex­tes, die Pri­va­ti­sie­rung näm­lich, im Bereich des Mög­li­chen.

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