Neues von der Leipziger Buchmesse

„Hygiene wird bei mir kleingeschrieben“ untertitelt die Autorin Charlotte Roche ihren Debütroman „Feuchtgebiete“. Und tatsächlich, gleich auf den ersten Seiten präsentiert die Romanheldin in drastischer Art ihr Verhältnis zu Exkrementen, Blut und Eiter. Bukowski lässt grüßen. Die achtzehnjährige Helen Memel liegt nach einer verunglückten Intimrasur im Krankenhaus und versucht durch ihren Krankenhausaufenthalt die geschiedenen Eltern wieder zusammenzubringen. Unterdessen erkundigt sie Ihren Körper und lässt die Gedanken zu wilden Phantasien werden – die sie frech und provokant bereit ist auch anderen, wie dem Krankenpfleger Robin, mitzuteilen. Dabei zieht sich die Sehnsucht nach einer heilen Familienwelt wie ein roter Faden durch den Roman und steht scheinbar im krassen Widerspruch zu den Dingen, die sie tut, um die letzten Tabus der heutigen Zeit provokant zu brechen. Drastisch, unzimperlich mit einem feinen Sinn für Humor präsentiert Charlotte Roche ihr Erstlingswerk, das allerdings nichts für Zartbesaitete ist.