Obama in Berlin

Nein, er ist noch kein Prä­si­dent, den­noch, in der Tra­di­ti­on ame­ri­ka­ni­scher Prä­si­den­ten prä­sen­tier­te sich Barack Oba­ma ges­tern in Ber­lin sehr geschickt als ver­mut­lich nächs­ter Prä­si­dent der USA. Und auch wenn eini­ge Jour­na­lis­ten uns weis­ma­chen woll­ten, die Anspie­lung Oba­mas auf das Aben­teu­er Afgha­ni­stan wäre aus­schließ­lich aus wahl­tak­ti­schen Grün­den erfolgt, wur­de schnell klar, dass auch ein zukünf­ti­ger Prä­si­dent welt­wei­te Ein­sät­ze nicht aus­schließt und dar­auf drän­gen wird deut­sche Sol­da­ten in die Kampf­hand­lun­gen, wo auch immer, mit einzubeziehen. 

This is the moment when we must renew our resol­ve to rout the ter­ro­rists who threa­ten our secu­ri­ty in Afgha­ni­stan, and the traf­fi­ckers who sell drugs on your streets. No one wel­co­mes war. I reco­gni­ze the enorm­ous dif­fi­cul­ties in Afgha­ni­stan. But my coun­try and yours have a sta­ke in see­ing that NATO’s first mis­si­on bey­ond Europe’s bor­ders is a suc­cess. For the peo­p­le of Afgha­ni­stan, and for our shared secu­ri­ty, the work must be done. Ame­ri­ca can­not do this alo­ne. The Afghan peo­p­le need our tro­ops and your tro­ops; our sup­port and your sup­port to defeat the Tali­ban and al Qaeda, to deve­lop their eco­no­my, and to help them rebuild their nati­on. We have too much at sta­ke to turn back now. 

[accor­dio­ni­tem title=“Übersetzung”]

Dies ist der Moment, wo wir unse­re Ent­schlos­sen­heit erneu­ern müs­sen. Ter­ro­ris­ten bedro­hen unse­re Sicher­heit in Afgha­ni­stan und die Men­schen­händ­ler ver­kau­fen Dro­gen auf Ihren Stra­ßen. Nie­mand begrüßt Krieg. Ich erken­ne die enor­men Schwie­rig­kei­ten in Afgha­ni­stan. Aber mein Land und Ihres haben ein Inter­es­se dar­an, dass die NATO die ers­te Mis­si­on über die Gren­zen Euro­pas ein Erfolg ist. Für die Men­schen in Afgha­ni­stan, und für unse­re gemein­sa­me Sicher­heit, muss die Arbeit getan wer­den. Ame­ri­ka kann dies nicht allein. Das afgha­ni­sche Volk braucht unse­re Trup­pen und Ihre Trup­pen; unse­re Unter­stüt­zung und Ihre Unter­stüt­zung zur Nie­der­la­ge der Tali­ban und al-Qai­da, bei der Ent­wick­lung ihrer Wirt­schaft, und um ihnen zu hel­fen beim Wie­der­auf­bau ihrer Nati­on. Wir haben zu viel auf dem Spiel ste­hen, um ihnen den Rücken kehren. 

[/accordionitem]

Aus Sicht der Ame­ri­ka­ner ist dies nur ver­ständ­lich, sie kön­nen und dür­fen sich nicht zurück­zie­hen. Die Glaub­wür­dig­keit der USA stün­de auf dem Spiel. Die Deut­schen wer­den sich den For­de­run­gen der Ame­ri­ka­ner aus­ge­setzt sehen, eben nicht nur als Poli­zis­ten und Auf­bau­hel­fer welt­weit im Ein­satz zu sein. Frei nach Carl von Clau­se­witz, der die Ver­tei­di­gung als über­le­gen­de Kampf­form sah, weil sie weni­ger Kräf­te ver­brau­che, dürf­te schnell klar sein, was es heißt, wenn die Poli­tik sich dazu ent­schließt die Auf­ga­ben der Bun­des­wehr auch im Angriff zu sehen.
Oba­mas gesam­te Rede hier

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