Bundestrojaner II

Der Bundestrojaner ist noch nicht vom Tisch. Heise-online mel­det dazu:

»Dieter Wiefelspütz, innen­po­li­ti­scher Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, ließ am Dienstag bei einer Diskussion unter dem Aufhänger “Staat surft mit” kei­nen Zweifel an sei­nem Segen für den Bundestrojaner: “Das wer­den wir selbst­ver­ständ­lich machen, aller­dings mit kla­rer Rechtsgrundlage”, beton­te der Abgeordnete zum Streitthema Online-Durchsuchungen auf der Tagung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin.«

Wie letzt­end­lich der Anwender dazu gebracht wer­den soll, einen Trojaner auf den hei­mi­schen PC zu laden, ist indes noch unklar. Klar ist aber, dass sich die Bundesregierung mit denen ein­las­sen muss, die sie ver­sucht zu bekämpfen:


[…]ergibt sich durch den Bundestrojaner für die Behörden ein unlös­ba­rer Interessenkonflikt: Einerseits for­dern und för­dern sie Sicherheitsmaßnahmen – und auf der ande­ren sind es genau die­se Sicherheitsmaßnahmen, die ihnen den Zugriff auf die gewünsch­ten Information ver­weh­ren. Entweder ver­bie­tet man effi­zi­en­te Schutz-Software oder man ver­sucht genau die­se Schutz-Software immer wie­der aus­zu­trick­sen – und fin­det sich dabei in der Gesellschaft von Kriminellen wieder.

Urlaubsgrüße per e‑mail

Wer kennt das nicht. Irgendwann in jun­gen Jahren packt es einen und man möch­te die “gro­ße wei­te Welt” auf eige­ne Faust erkun­den. Meine Erfahrungen habe ich sei­ner­zeit auf Mallorca gemacht, wobei sich die Mitteilungen dar­auf beschränk­ten zuhau­se um Geld anzu­fra­gen. Urlaubsgrüße wer­den heu­te per e‑mail ver­sandt, eini­ge der bes­ten hat der bri­ti­sche Kolumnist Simon Hoggart in einem Buch zusam­men­ge­fasst, z.b. die­se hier:

Hey Ma, nur ganz kurz, weil schon spät. Wollte dich nur war­nen, habe ges­tern Abend ein paar super­net­te Australier ken­nen gelernt, die nächs­te Woche nach London kom­men. Habe gesagt, sie kön­nen bei dir woh­nen, um Geld zu spa­ren. Und ihnen dei­ne Nummer gege­ben, hof­fe das war ok, sind total nett. Die Namen weiß ich nicht mehr, aber alle vier sind total lus­tig und freundlich.”

mehr bei: &#8594 spiegel.de

Wundersame Geldvermehrung

Vor ein paar Jahren ging ein Spiel im Sauerland um, dass den sin­ni­gen Namen »Take Off« trug und des­sen Anfänge so mys­te­ri­ös auf­ge­baut waren, dass mei­ne Neugier geweckt wur­de. Eines schö­nen Sonntags besuch­te mich ein Bekannter, um mir ein Anbot zu machen mit dem ich schwer reich wer­den wür­de, er wäre bereits auf dem bes­ten Weg viel Geld zu ver­die­nen. Bisher aller­dings schien die gro­ße Kohle aus­ge­blie­ben zu sein, erkann­te ich doch vor der Tür sei­ne alte Karre wie­der, die schon damals nicht dazu taug­te Strecken wei­ter als 80 km zurückzulegen. 

Fragen mei­ner­seits zu die­ser Art des Geldverdienens blei­ben unbe­ant­wor­tet, das gan­ze war so undurch­sich­tig, dass ich befürch­ten muss­te, mein Bekannter wür­de mit Nuklearsprenköpfen han­deln. Ich beeil­te mich ihm also mit­zu­tei­len, dass ich jed­we­den schwung­haf­ten Handel mit was auch immer grund­sätz­lich ableh­nen wür­de – ers­tens weil ich als Krimineller nicht viel tau­ge und zwei­tens woll­te ich mei­ne sonn­tags­nach­mit­täg­li­che Ruhepause auf kei­nen Fall gestört wis­sen. Mein Bekannter beeil­te sich zu sagen, dass sein Angebot nichts mit kri­mi­nel­ler Energie zu tun hät­te; ich sol­le nur zu einer Versammlung mit ihm gehen, des­sen Ort er nicht preis­ge­ben kön­ne, außer­dem soll­te ich zwan­zig Mark mit­brin­gen, das Ganze woll­te ja auch finan­ziert wer­den. Nachdem mei­ne letz­te Argumentation der Hinweis auf die Haustür war, bot er mir die Übernahme der Eintrittskosten an – nebst Erstattung der Kosten für Essen und Trinken. Das klang schon bes­ser. Die anschlie­ßen­de Versammlung, die wir besuch­ten ent­pupp­te sich als Ansammlung hys­te­ri­scher Menschen, die immer wie­der einen Zuschauer aus dem Saal auf die Bühne hol­ten um ihm oder ihr unter fre­ne­ti­schem Beifall einen Geldschein in die Hand drück­ten und immer wie­der jubelnd die Vorzüge wun­der­sa­mer Geldvermehrung priesen.

Dieses »Scheeballsystem« wird alle Jahre wie­der unter einem neu­en Namen ver­sucht und führt im ungüns­tigs­ten Fall in den Knast oder im güns­ti­ge­ren Fall zu Ärger mit dem Finanzamt. 

Heute haben wir das Netz und man braucht nicht mehr unwil­li­ge Bekannte dazu zu über­re­den, Geld in eine Sache zu inves­tie­ren, die sich im Nachhinein als ein­sei­ti­ge Geldverteilung erweist – und die Mehrheit der Teilnehmer leer aus­ge­hen lässt. Second live scheint so ein Spiel zu sein. 

Second Life ist eine Web-3D-Simulation einer vom Benutzer bestimm­ten vir­tu­el­len Welt von all­ge­mei­nem Nutzen, in der Menschen inter­agie­ren, spie­len, Handel betrei­ben und ander­wei­tig kom­mu­ni­zie­ren kön­nen. Das seit 2003 online ver­füg­ba­re System hat inzwi­schen über vier Millionen regis­trier­te Nutzer, von denen rund um die Uhr durch­schnitt­lich zwi­schen 15.000 und 30.000 das System aktiv nutzen.”

“Es gibt kos­ten­freie und kos­ten­pflich­ti­ge Second-Life-Accounts. Der Unterschied zwi­schen den Accounts besteht vor allem dar­in, dass ein Spieler mit einem kos­ten­frei­en Account kein vir­tu­el­les Land kau­fen kann, das zur dau­er­haf­ten Erstellung von umfang­rei­chen Objekten wie Häusern und Landschaften benö­tigt wird. Durch die Einbindung einer vir­tu­el­len Währung (L$, Linden Dollars), die in eine rea­le Währung (US-$) trans­fe­riert wer­den kann, ist Second Life auch in den rea­len Wirtschaftskreislauf ein­ge­bun­den. und das gegen­wär­tig die bedeu­tends­te Handelsware des Systems ist.” 

Quelle: wikipedia.org

Bei einem rein vir­tu­el­len Handel steht dem rea­len Geldwert aller­dings kein rea­les Produkt gegen­über, so dass spä­tes­tens beim Abschalten des Servers der Markt nicht mehr exis­tent ist — und das Geld auf­grund feh­len­der Haftung, bzw. feh­len­der Rechtsgrundlagen futsch sein dürfte. 

Eva und der Apfel [Kuchen]

Die ehe­ma­li­ge Tagesschausprecherin und jet­zi­ge Buchautorin Eva Herman hat nach­ge­legt. Ein wei­te­res Buch über die hei­me­li­ge Welt des Apfelkuchens. »Liebe Eva Herman«, so der Buchtitel, beinhal­tet die gesam­mel­ten Zuschriften der Leser ihres ers­ten Buches »Das Eva Prinzip.« Nun kann man Frau Herman alles mög­li­che vor­wer­fen, aber nicht das sie die Taktik der Totschlagargumentation nicht beherrscht. Mit ihren Thesen im ers­ten Buch hat sie so Recht, wie es Tatsache ist, dass die Leute frü­her zu Bett gegan­gen sind, als es noch kei­nen Strom gab.

Werbewirksam fabu­liert Eva Herman dann auch in spie­gel-online:«Wir müs­sen uns dem beu­gen, dem der uns gemacht und der hat Mann und Frau vor­ge­se­hen. Er [der Mann] hat eine ande­re Aufgabe. Er ist dafür wich­tig dass er die Frau beschützt und schützt und stützt.« Der Satz dürf­te man­chem Anhänger des deut­schen Idealismus die Freudentränen in die Augen schie­ßen las­sen, stützt sie doch Hegels These vom »sub­stan­ti­el­len Dasein des Mannes im Kampf«. 

Das Buch in die aktu­el­le Debatte um den »Gebärmaschinenstreit« im Zusammenhang mit den Forderungen von der Leyens nach mehr Kinderbetreuung zu plat­zie­ren, zeugt indes von unter­neh­me­ri­schen Qualitäten — glück­li­cher­wei­se muss­te Eva Herman nicht auch noch Apfelkuchen backen.

Fastenzeit — hier und anderswo

Mit dem heu­ti­gen Tage beginnt in katho­lisch gepräg­ten Gegenden die Fastenzeit, also prak­tisch eine Zeit mit der Besinnung auf’s Wesentliche. Der Bayer, ganz Praktiker ruft des­halb ab mor­gen die Starkbierzeit aus um dem bier­mal­trä­tier­ten Körper nicht all­zu schnell eine Rückgewöhnung zuzu­füh­ren. Aber auch wir hier im Sauerland sind dafür bekannt, prag­ma­ti­sche Menschen zu sein und so war die Antwort ges­tern in einer Runde als Resonanz auf die Fastenzeit: »Macht nix, das biss­chen was ich esse, kann ich auch trinken.« 

Schon die Kleinsten…

wer­den nicht verschont:

Die Webseite toolster.de sieht auf den ers­ten Blick aus, wie eine harm­lo­se Spieleseite mit jeder Menge kos­ten­lo­ser Software. Da gibt es Rubriken für Action, Arcade, Jump’n’Run und natür­lich Listen mit Top10 Downloads. Die von hei­se Security geprüf­ten zufäl­lig aus­ge­wähl­ten AfterBurner3D, Zelda Classic und Super Mario World haben jedoch eines gemein­sam: Analog zum tro­ja­ni­schen Pferd der grie­chi­schen Sage die­nen die Spiele nur als Lockvogel, mit dem sich arg­lo­se Surfer Unheil auf den Rechner holen.” heise.de

Da wer­den wohl bereits die Kinder vor­sich­tig, wäre eigent­lich eine gute Quelle für das BKA gewe­sen ihren “Bundestrojaner” einzuschleusen.