Jenseits von Ede

Sich am Regierungssessel fest­zu­klam­mern, scheint Tradition zu sein in Bayern und vor allem in der CSU. Nun aber ist Stoiber der­art ange­schos­sen, dass er sich gezwun­gen sieht einen erneu­ten Antritt als Ministerpräsident in 2008 von der Stimmung heu­te bei der Klausurtagung abhän­gig zu machen. Ausgerechnet eine Frau und dann noch rot­haa­rig könn­te dem­nach zum Fallstrick und Ende der Karriere des Edmund Stoiber bei­getra­gen haben. Was mögen sich die Oberen nach dem Mittelalter gesehnt haben, damals wäre die Fürther Landrätin Gabriele Pauli als Beweis der Hexenkraft ein­fach gefragt wor­den, ob sie schwim­men kann.

Partygespräch

Sie: So, Sie sind also geschie­den, darf man fra­gen warum?

Er: Wir konn­ten uns nicht über das Fernsehprogramm einigen.

Sie: Das ist doch kein Grund, ich bin seit 40 Jahren ver­hei­ra­tet und wir hat­ten noch nie Streit über das Fernsehprogramm.

Er: Kunststück, bei ihnen gab es damals auch nur drei Programme.

Der Virus

Da hat es mich doch tat­säch­lich auch mal auf die Matte gewor­fen, ein Virusinfekt dia­gnos­ti­ziert die Ärztin. Drei Tage Fieber und das schlimms­te soll vor­bei sein. In den Tagen der Attacken des Virus zap­pe ich mich also, Langeweile genö­tigt, durch sämt­li­che Programme die das Fernsehen so zu bie­ten hat. Morgens zei­gen die öffent­lich Rechtlichen und die Privaten in selt­sa­mer Eintracht, wie geneig­te Hausfrau/​Mann ohne Fett und mit viel Gemüse angeb­lich lecke­re Speisen zube­rei­ten kann. Der Höhepunkt ist ein Pseudo- Koch, der aus­sieht wie ein Raver auf Ecstasy, der ein Hähnchen mit Zitronengras einer alten Matratze gleich voll stopft und dem Zuschauer auch noch glaub­haft machen will, das kön­ne man essen.

Bei Pro sie­ben sind die Dinosaurier wie­der auf­er­stan­den, Dieter Bohlen gibt bei RTL als Gummipuppe sein Bestes. Auf RTL 2 läuft eine neue Staffel von Big-Brother, die sich nicht so sehr an den Kandidaten von den ande­ren Containersendungen unter­schei­det son­dern dar­an, dass, um den Unterhaltungswert zu stei­gern eine Hälfte der Gruppe in einer Art Schweinestall für die Zeit der Begaffung woh­nen muss. Zwischendrin immer wie­der Verkaufssendungen, wo das Pendant zum dick­li­chen Holländer Harry sei­ne Schuhe aus­zieht, um zu bewei­sen, dass die ange­prie­se­ne Fußsalbe auch tat­säch­lich auf dem Autolack kei­ne Kratzer hinterlässt.

Im Fieberwahn wei­ter im Programm zap­pend ent­de­cke ich auf Sat 1 eine Person, des­sen Geschlecht ich nicht zuord­nen kann, auf einer Couch sit­zend und über irgend­et­was spre­chend, dass ich auch nicht zuord­nen kann. Im nächs­ten Kanal ist eine Moderatorin zu sehen, die Sonja heißt, die einen Mann befragt, der Axel heißt, der eine Freundin hat, die Saskia heißt und die nun alle von­ein­an­der wis­sen wol­len wie das Kind heißt von dem es heißt, das es von kei­nem der Anwesenden ist. Pro Sieben: ein mager­süch­ti­ger Moderator, mit Namen Andreas, kreischt hys­te­risch immer wie­der die Vorzüge sei­nes Moderatorenlebens ins Publikum, ins­be­son­de­re den Vorzug, knal­l­oran­ge­ne Hemden zu brau­nen Jacken und gestreif­ten Hosen anzie­hen zu kön­nen, ohne in eine Zwangsjacke gesteckt zu werden.

Nachmittags geben dann alle Kanäle “ech­te Gerichtsverhandlungen mit ech­ten Richtern und ech­ten Angeklagten”. Der Fall mit der Party im Zoo beim Tierpfleger, des­sen Kumpel sich total betrun­ken in das Affengehege auf­macht, um mit einem Schimpansen Whiskey zu trin­ken, der­weil der Pfleger nichts gemerkt haben will, weil er zur Tatzeit die Zoodirektorin vögelt, wird mir als war­nen­de Erinnerung an nach­mit­täg­li­che Fernseherlebnisse bleiben.

Nach drei Tagen schien der Virus bekämpft, das Fieber sank und ich träum­te davon, mit der 2200 Mann star­ken Besatzung des Raumschiffs Enterprise im Kabelnetz los­zu­zie­hen, um neue Programme zu erfor­schen, neue Sendeformate zu erkun­den und sämt­li­che Programmdirektoren in fer­ne Galaxien zu bea­men, wo sie gezwun­gen sind ver­eint vor einem 1200 Quadratmeter gro­ßen Bildschirm den geball­ten Schwachsinn den sie zu ver­ant­wor­ten haben per­ma­nent in einer Wiederholungsschleife gucken zu müssen.

Katzenklappe

Wer Besitzer einer Katze ist kennt das: Zur nacht­schla­fen­den Stunde möch­te das Tier raus in den Garten. Mit per­ma­nen­tem Miauen und Kratzen am Wohnungsmobilar macht der Stubentiger auf sich auf­merk­sam, um auf Beutezug gehen zu kön­nen. Das Prozedere macht der Katzenliebhaber eine Zeit lang mit. Irgendwann ist aller­dings der gedul­digs­te Tierfreund der­art genervt, der Pförtner für die Katze zu sein, dass er sich ent­schließt eine Katzenklappe zu installieren.

Rein tech­nisch gese­hen ist so eine Katzenklappe nichts ande­res als ein Loch in der Tür, des­sen Rahmen ein­her­geht mit einer Schwingklappe aus Plastik, zwan­zig mal zwan­zig Zentimeter groß. Durch die­se kann die Katze jeder­zeit ins Haus oder aus dem Haus her­aus. Da die Katze von Natur aus ein schlau­es Tier ist, wird sie inner­halb kür­zes­ter Zeit ler­nen, die Klappe mit dem Kopf oder mit der Pfote zu öff­nen und das ewi­ge Scharren zwecks Freigang entfällt. 

Im Sommer aller­dings kann es pas­sie­ren, dass Ihnen ihr Lieblingstier näch­tens die Mäuse durch die Katzenklappe schleppt. Das allei­ne wäre nicht wei­ter schlimm, wenn das erwach­te Raubtier einen Beuteplatz hat, wo es die Mahlzeit genüss­lich sezie­ren und fres­sen kann. Da die Katze aber einem Spieltrieb fol­gend ihre Beute an einen Ort brin­gen möch­te, wo sie mit dem Fang spie­len kann, kann es nach Inbetriebnahme der Katzenklappe sein, dass der Katzenfreund des öfte­ren auf nächt­li­chen Mäusefang in der Wohnung gehen muss. 

Das wie­der­um erfreut die Katze, weil sie annimmt, dass Herrchen aus rei­nem Spaß am Spiel nachts halb­nackt mit einem Kescher bewaff­net durchs Haus flitzt, um das Beutetier zu fan­gen. Aus mei­ner eige­nen Erfahrung kann ich sagen, dass ein ein­ge­schlepp­ter Maulwurf nicht halb so viel der Anstrengung bedarf, da er blind ist und wie ein Spielzeugauto mit ein­ge­bau­tem Sensor die Richtung wech­selt, sobald er irgend­wo anstößt. Es bedarf also nur einer kur­zen Wahrscheinlichkeitsberechnung, um sich in die rich­ti­ge Position zu bege­ben und das Vieh mit­tels Eimer ein­zu­fan­gen. Wenn Sie dann noch ihren Nachbarn ärgern wol­len, las­sen sie den Maulwurf auf sei­nem gepfleg­ten Rasen laufen.

Aber zurück zur Katzenklappe. Das Teil ist aus Plastik und sitzt mit­tels zwei­er ange­gos­se­nen Bolzen in ent­spre­chen­den Bohrungen in einem Rahmen unten in der Tür. (Nur wenn sie alles rich­tig gemacht haben, soll­ten sie ein Loch oben in die Tür gesägt haben, emp­fiehlt sich die Haltung von flie­gen­dem Getier)

Diese Klappe wird natür­lich auf die Dauer arg bean­sprucht. Zu Anfang mit aller gebo­te­nen Vorsicht, wird das Fellbündel schon bald einer Tomahawk gleich durch die Katzenklappe schie­ßen, zumal, wenn zwei Katzen das Haus bewoh­nen und die bei­den sich gegen­sei­tig jagen. Die Plastikklappe fliegt also irgend­wann mit lau­tem Knall bis in die Waschküche und das Katzenvieh guckt so ver­stört, als ver­mu­te es ein noch grö­ße­res Tier hin­ter sich in den Keller schießen. 

Kurz und gut, fort­an haben Sie ein Loch in der unte­ren Hälfte der Kellertür und wenn es nicht gera­de Sommer ist, zieht’s aus jenem Loch wie Hechtsuppe. Eile ist also gebo­ten den Schaden mit­tels Kauf und Einbau einer neu­en Katzenklappe zu behe­ben. Meiner bes­se­ren Hälfte sei Dank, her­aus­ge­fun­den zu haben, dass es die Plastikklappe auch ein­zeln zu kau­fen gibt, ohne den Rahmen neu zu gestal­ten. Wenn ich gezwun­gen wäre, vier mal im Jahr ein neu­es Loch in eine Metalltür für eine Katzenklappe zu sägen, könn­ten wir die Tür gleich auf­las­sen, das wäre auf die Dauer billiger.

Schneckenplage

Jetzt wo der Sommer zu sei­ner Normalität deut­schen Wetters zurück­kehrt, zeigt sich eine Tierart in sei­ner gan­zen Populationsdichte beson­ders fies. Stylommatophora, die gemei­ne Nacktschnecke. Armeegleich wan­dern die Viecher durch die Gärten, um bun­te Pflanzen in kür­zes­ter Zeit in Stängel zu ver­wan­deln, die bes­ten­falls noch als Strohhalm taug­lich sind, so sie denn innen hohl wären.

Leben und leben las­sen, ist eigent­lich einer mei­ner weni­gen Grundsätze. Beim Anblick hun­der­ter die­ser Viecher, die aus­se­hen, wie ein Stück Fäkalie auf Wanderschaft, hader­te der Tierfreund in mir aller­dings mit mei­nem Killerinstinkt.

Was also macht man mit Hunderten von die­sen Viechern? Im Grunde war mir die­se Frage bis zu dem Zeitpunkt der Gefahr des Ausrutschens auf der Treppe ob der Hundertschaft der schlei­mi­gen Biester, völ­lig egal. Aber jetzt reich­te es wirk­lich. Ein Bekannter von mir, den ich bei ähn­li­chen Gelegenheiten bereits erfolg­reich um Rat gefragt habe, emp­fahl mir die Haltung einer Tierart, die sich Laufenten nen­nen. Eingedenk der Tatsache, dass unser Kater sei­ne hel­le Freude an Vogelviechern aller Art im Garten hat, muss­te eine ande­re wirk­sa­me Waffe gegen die Herscharen von Schnecken her.

Ich zog kurz den Einsatz eines Bunsenbrenners in Erwägung, zum hel­len Entsetzen mei­ner Frau, die mich dar­an erin­ner­te, dass bei einem der letz­ten Einsätze des Flammenwerfers zur Unkrautbekämpfung, fast der hal­be Garten abge­fa­ckelt war. Ein letz­tes Mittel woll­te ich noch pro­bie­ren. Die von vie­len Hobbygärtnern hoch geprie­se­ne Bierfalle, von des­sen Wirksamkeit ich nicht über­zeugt war. Denn, vor­aus­ge­setzt die­se Biester wür­den tat­säch­lich auf den Geruch von Bier abfah­ren, wie­so soll­ten gera­de die­se Schnecken, die bedingt durch ihren zähen Schleim theo­re­tisch in der Lage sind ein Hochhaus zu erklim­men, auf der Innenwand eines klei­nen Plastikeimers abrut­schen, ins Bier fal­len und ersaufen?

In mei­ner Verzweifelung war ich aller­dings gewillt jeden noch so kurio­sen Trick zu pro­bie­ren, allein schon um dem Umstand zu ent­ge­hen, jeden Abend auf Geheiß mei­ner bes­se­ren Hälfte sämt­li­che Blumentöpfe auf den Dachboden in uner­reich­ba­rer Weite für die Schnecken zu schlep­pen. Gesagt getan, ich hub also ein wenig Erde an einer der schne­cken­reichs­ten Stellen im Garten aus, füll­te einen klei­nen Plastikeimer halb­voll mit Bier und setz­te ihn eben­erdig in das Loch. Und tat­säch­lich, am nächs­ten Morgen befand sich in dem Eimer mehr als zwan­zig Schnecken, ersof­fen im Altbier. Die Erklärung für das Ableben der Schnecken konn­te also nur sein, dass sie kopf­über in den Eimer zum Bier krie­chen und solan­ge davon kos­ten, bis sie dur­te­lig in das Gesöff fal­len. Gut, dass unser­ei­nem das Bier in Gläsern aus­ge­schenkt wird. Wär’ auch kein schö­nes Bild, eine Thekenreihe von Männern, kopf­über, ersof­fen in Eimern aus Bier ;-)

Denglish

Exellente Freeride Bindung mit stark unter­stüt­zen­der Base und Hi-Back. Asymetrische Fußschlaufen sor­gen für ein per­fek­tes Flex/​Support Verhältnis in jeder Situation.” Hä? Ausgerechnet auf einer Seite mei­nes Kumpels lese ich die­sen Werbetext, von dem ich annahm, dass es sich um Realsatire han­delt. Weit gefehlt. Auf Nachfrage erhal­te ich zur Antwort, dass die­ser Kauderwelsch Begriffe aus dem Sport ent­hält, die zum nor­mal sprach­li­chen Umgang der Szene gehört, die zu der jung dyna­mi­schen Zielgruppe zählt.

Salzstangen heis­sen jetzt Saltletts, wobei ich nicht weiss, zu wel­cher dyna­mi­schen Zielgruppe Leute zäh­len, die Salzstangen kau­fen. Mich juckt es ja enorm, die Verkäuferin im Laden zu fra­gen: “Sagen sie, wo sind denn hier die Saltletts ?” Warscheinlich wür­de sie den­ken, ich wäre betrunken.

In Belecke pro­du­ziert eine Fabrik Rohre, am Firmengebäude der neu­en Halle steht in gro­ßen Buchstaben: “Twin Pipes”. Ja und nun? Zwillingspfeifen, oder was? Was wol­len uns die­se Pfeifen, äh Werbetexter damit sagen? Stecken da jetzt zwei Flöten im Rohr? Von einer hier nicht näher genann­ten Bausparkasse gibt es ein Heft mit Tipps rund ums Haus. Das Ding hieß Mosaik, was blöd genug war, denn der Titel erin­ner­te mich immer an eine Rommérunde mit alten Damen. Das hat­ten sich wohl auch eini­ge jun­ge krea­ti­ve Texter gedacht und tauf­ten das Heft um in “House and more”. Den Machern die­ses Blattes hät­te ich ger­ne einen eben­so krea­ti­ven Leserbrief geschrie­ben, aller­dings war ich ers­tens zu faul und zwei­tens hät­ten die Redakteure wahr­schein­lich mei­nen Brief mit der Bemerkung: Umsonst lesen und dann auch noch meckern, abgedruckt.

Dass an einer Rüthener Tankstelle im Eingang “open” steht, hal­te ich nun auch nicht mehr für einen Rechtschreibfehler, es kann ja sein, dass die Zielgruppe jun­ger dyna­mi­scher GTI- Fahrer mit dem Begriff “geöff­net” nichts anzu­fan­gen weiß und vor­bei­fährt. Schön auch der Werbetext an einer Parfümerie: Come in and find out. Komm rein und fin­de raus? Ist in dem Laden viel­leicht ein Irrgarten aus Parfümnebel, in dem man den Ausgang nicht mehr fin­det? Sind die Verkäufer so auf­dring­lich, dass der Kunde ver­zwei­felt den Ausgang suchen muss?

Auf der Basis von Blue Spirit, unse­rer Unternehmenskultur, sind vor weni­gen Monaten die Initiativen Linking Knowledge und Solutions to Customers gestar­tet. Linking Knowledge ist Ihnen in Verbindung mit unse­rem Not Invented Here Award ein Begriff.” Na denn kann uns ja nix mehr pas­sie­ren und wenn ich jetzt den turn around schaf­fe, ein bischen von Katers Whiskas mit Lifecare pro­bie­re, dann feel ich mich tomor­row auch good. Ik sin moje. Good night. (pelo.)

Von Rabatten und Tupperware

Irgendwie war alles schon mal da, die Mode, die Frisuren und die klei­nen brief­mar­ken­ähn­li­chen Bildchen, die der Sammler in uns flei­ßig in Heftchen kle­ben konn­te; Rabattmarken. Einer Seuche gleich brei­te­te sich die Annahme der Einzelhändler aus, man kön­ne den Kunden an sei­nen Laden bin­den, wenn man ihm nur bei Kauf sei­ner Produkte klei­ne Klebesticker mit an die Hand gibt, mit dem Hinweis, wenn man flei­ßig sam­melt gibt’s was gratis. 

Zähneknirschend steckt man also das Heftchen in die Tasche, bedankt sich artig und geht sei­ner Wege. Einige Wochen spä­ter und inzwi­schen rei­cher Rabattkartenbesitzer von den ver­schie­dens­ten Läden, kön­nen sie drauf wet­ten, dass Sie, egal wo sie ein­kau­fen beim Bezahlen immer mit der glei­chen Frage kon­fron­tiert wer­den:” Na, haben sie denn ihr Kärtchen dabei?” Beim ers­ten Laden konn­te ich noch dar­auf ver­wei­sen, das ich besag­tes Rabattmarkenkärtchen in einer ande­ren Jacke habe. In zwei­ten Laden wur­de mein Vorschlag, doch eine Pinwand anzu­brin­gen, wo jeder ver­gess­li­che Kunde sei­ne für das Einkleben so wich­ti­ge Karte hin­hän­gen kann, mit stren­ger Miene abgelehnt.

Aus sol­chen Erfahrungen ler­nend, ver­nei­ne ich nun ganz ener­gisch die Frage, ob ich denn auch mein Kärtchen dabei­ha­be. Das führt nun­mehr nicht zu einer Verbesserung der Situation, son­dern löst ganz spon­tan den Antwortreflex der Verkäuferin aus:” Na gut, dann schreib’ ich Ihnen das mal auf die Quittung, dann krie­gen ’se das nächs­te mal zwei Marken.

Es half alles nichts, ich muss­te in die Offensive, woll­te ich nicht in naher Zukunft gezwun­gen sein, mit einem Rabattmarkenkartenordner, über­ge­ord­net in Tankstellen, Bäckereien, Lebensmittelläden und unter­ge­ord­net in Quittungen, Kärtchen und noch ein­zu­kle­ben­de Marken, ein­kau­fen zu gehen. Im nächs­ten Laden an der Kasse hat­te ich dann ein län­ge­res Gespräch mit der Kassiererin über Sinn und Unsinn der Rabattmarken. “Ihre Frau würd’ sich aber freu­en, bei fünf­und­zwan­zig Rabattpunkten kön­nen sie sich ein Teil von den Tuppa-Pötten mit­neh­men”, wur­de ich auf­ge­klärt. Ich weiß nicht, ob sie sich vor­stel­len kön­nen, wie vie­le Plastikbehältnisse unser Haushalt auf­weist, aber es reicht. (Ein Kumpel erzähl­te mir mal, das sei noch gar nichts, bei ihm zu Hause könn­te er sogar besag­te Plastikdosen farb­tech­nisch den Lebensmittels zuordnen.)

Wie dem auch sei, ich ver­such­te die Taktik zu ändern und bot der Kassiererin einen erheb­li­chen Bestand unse­res Kunststoffbehälterinventars zum Kauf an. Die Frau schlug das Angebot mit dem Hinweis aus, noch mehr Tuppaware bei ihr zu Hause wür­de ihr Mann nerv­lich und der Dachboden sta­tisch nicht aus­hal­ten und drück­te mir mit dem Wechselgeld eine Rabattmarke in die Hand.