Frühling 2020

Der Frühling zeigt sich mit viel Sonne, aber entschieden zu kalt.

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Corona und kein Ende?

Die Krise um das Corona Virus ist noch nicht ganz so alt, bereits jetzt jedoch wächst mit jedem Tag die Anspannung. Auf der einen Seite die Wissenschaft und die Virologen, denen keine Maßnahme streng genug sein kann, um eben eine zeitlich nicht steuerbare und aus dem Ruder laufende Ansteckung der Bevölkerung zu vermeiden. Aus wissenschaftlicher Sicht völlig verständlich.

Auf der anderen Seite Bürger die Angst haben, sich an die empfohlenen Maßnahmen halten und die Bürger die vielleicht sogar ein bisschen sorglos mit der Situation umgehen.

Und dann sind da noch die Unternehmer, denen zwar umfangreiche und schnelle Hilfe durch die Bundesregierung versprochen worden ist, die aber befürchten müssen es finanziell nicht bis an ein Ende der Krise zu schaffen. Experten gehen davon aus, dass es mindestens noch ein Jahr dauert, bis ein Impfstoff auf dem Markt ist. Auch für ein wirksames Medikament wird es vermutlich noch Wochen oder Monate dauern.

Was ist wenn in ein paar Wochen die Lieferketten zusammenbrechen? Was ist, wenn die Beschäftigten im Einzelhandel erkranken, weil sie als einzige Personengruppe Hunderten von potenziellen Virus-Trägern ausgesetzt sind ? Wie lange können im Land NRW die Industriebetriebe produzieren, wie lange alle anderen Unternehmen, Dienstleister und Einzelhändler tätig sein?

Schon werden erste Stimmen laut, die über eine gezielte Ansteckung und damit eine schnellere Durchseuchung laut nachdenken, um damit die sogenannte Herdenimmunität zu beschleunigen. Ethisch wäre das wohl nur vertretbar, wenn ein wirksames Medikament zur Verfügung stünde.

Die massive Einschränkung von Grundrechten wird nicht nur kommentarlos hingenommen; gefeiert werden die Politiker, die am restriktivsten Einschränkungen verhängen; Maßnahmen die sich jeder Bürger auch ohne Verordnungen selbst auferlegen kann. Ministerpräsident Armin Laschet scheint derzeit der einzige Politiker zu sein, der zu mindestens mal anmerkt, dass der Staat sorgsam überlegen müsse, wie weit er gehen kann.

Wie wird die Bundesrepublik am Ende der Krise aussehen, wenn Einschränkungen noch Monate lang anhalten, wie es der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit prognostiziert?

Fragen über Fragen.

Verrohung im politischen System

Im Thüringer Landtag ist es gestern nach der Wahl und Ernennung des neuen Ministerpräsidenten zu einem Eklat gekommen. Bodo Ramelow verweigerte seinem Mitstreiter, AFD-Spitzenkandidat Björn Höcke, nach der Wahl den Handschlag zur Gratulation. Das ist verständlich, die AFD hatte in einem Intrigenspiel vor ein paar Wochen den FDP Mann Kemmerich zum Ministerpräsidenten machen wollen.

Nun, die AFD sind keine „Gutmenschen“ wie sie auch immer wieder in der medialen Öffentlichkeit betonen. Sie sind inzwischen eine irrationale Ersatzreligion für die vermeintlich Entrechteten der Gesellschaft. In weiten Teilen folgen sie politisch dem Faschismus. Die Führung der AFD hat schon lange jeglichen moralischen Kompass verloren. Selbst ihr auf Konservatismus berufendes Aushängeschild, der EU-Abgeordnete Meuthen entblödet sich nicht kräftig nach unten zu treten.

"Grenzzäune, Tränengas, zur Not auch der Einsatz des Gummiknüppels, wenn der illegale Grenzübertritt anders nicht abzuwenden ist, nicht zu vergessen selbstverständlich auch Patrouillenboote, die illegal in den eigenen Hoheitsbereich eindringende Boote abfangen und zurückschicken - genau so macht man das."

Politiker haben eine Vorbildfunktion, der Mensch neigt dazu sich an Handlungen von Vorbildern zu orientieren.

Wenn die AFD zu Hass aufruft und Gewalt gegen Flüchtlinge nicht nur legitimiert, sondern ausdrücklich befürwortet, wie soll denn dann zumindest dem Teil der Bevölkerung, der vielleicht moralisch nicht so ganz gefestigt ist, Grundprinzipien einer zivilisierten Gesellschaft vermittelt werden?

Wie soll eine friedliche Gesellschaft geschaffen werden, wenn die politische Elite eine humane Gesellschaft so eindeutig ablehnt, wie die Führung der AFD das tut?

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verrohung der politischen Führung der Rechtspopulisten, war es menschlich nachvollziehbar von Bodo Ramelow, sich nicht ausgerechnet vom Björn Höcke zur Wahl des Ministerpräsidenten von Thüringen gratulieren zu lassen.

Allerdings sollten wir uns nicht auf das Niveau derer begeben, die eine rassistische, nationalistische, völkische, sozialdarwinistische und antiliberale Gesellschaft fordern.

Eine kultivierte Gesellschaft sollte souverän bleiben, um den moralisch Verkommenen in Politik und Gesellschaft zu zeigen, dass sie ihre Vorstellungen ablehnt.

Gegensätzliches

Die Natur des Sauerländers schließt so etwas wie den Karneval von Grund auf aus. Karneval im Epi-Zentrum Köln ist ein närrisches Treiben, an der Narren bar jeder Vernunft Dinge machen, die dem Sauerländer aufgrund seiner Natur nicht oder nur vereinzelt möglich sind.

Schunkeln beispielsweise. Das kennen wir hier zwar auch, allerdings unterscheidet sich das rheinische vom sauerländischen Schunkeln doch erheblich. Der Sauerländer neigt nach dreißig Glas Bier eher zum Schwanken. Überhaupt – die Charakteristik des wortkargen Ostwestfalen in der Nachbarschaft ist uns näher als die Frohnatur des Rheinländers.

In einigen Gebieten des Sauerlands versucht sich der fröhliche Sauerländer an Karnevalsveranstaltungen und Umzügen, bei näherer Betrachtung haben die aber nur am Rande mit dem rheinischen Karneval zu tun und sind ähnlich humorvoll wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Allein der fröhliche Sauerländer ist ein Oxymoron.

Die Kernkompetenz des Sauerländers liegt eh im Schützenfest, da macht uns keiner was vor. Mehr Bier an einem Tag zu trinken, als rein biologisch in den Körper geht, das kann eben nur der Sauerländer.

Briefe der Weltgeschichte VIII

Bereits im November letzten Jahres bereitete die AFD um ihren Vorsitzenden Höcke, den Putschversuch zur Ablösung der Thüringer Landesregierung vor. Das geht aus einem Schreiben des rechtsextremen Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag, Björn Höcke an die beiden Landesvorsitzenden von FDP und CDU, Thomas Kemmerich und Mike Mohring hervor.