Regierende Hasardeure

Die aktu­el­le Sonn­tags­fra­ge zur Bun­des­tags­wahl zeich­net ein düs­te­res Bild. Die AFD befin­det sich wei­ter­hin im Höhen­flug, eini­ge Insti­tu­te sehen die Par­tei gar bei 20 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men und somit als zweit­stärks­te Par­tei, zumin­dest in den Umfra­gen. Der ein­sei­ti­ge Shoo­ting­star Star – die Grü­nen – sind nach Habecks Heiz­wen­de wei­ter­hin im Abwärts­trend, was aber nicht wei­ter ver­wun­der­lich ist, da inzwi­schen immer mehr Fach­leu­te die Hei­zungs­wen­de kritisieren.

Die SPD wäre als Kanz­ler­par­tei eini­gen Umfra­ge zur Fol­ge nur noch dritt­stärks­te Par­tei, Lin­ke und FDP bewe­gen sich laut Umfra­ge an der 5‑Pro­zent-Hür­de. Die Regie­ren­den wer­den zuneh­mend ner­vös, die Poli­tik ver­sucht sich in Erklärungen.

Nun sind Umfra­gen zuvör­derst Moment­auf­nah­men, aber was ist, wenn sich die AFD tat­säch­lich im Osten als stärks­te Par­tei und bun­des­weit als zweit­stärks­te Par­tei eta­bliert? Ist das das Ende der Demo­kra­tie? Was pas­siert eigent­lich, wenn eine mehr oder weni­ger offen auf­tre­ten­de rechts­extre­me Par­tei viel­leicht sogar in die Regie­rung gewählt wird? Vor allem stellt sich die Fra­ge, wie­so ein nicht uner­heb­li­cher Teil der Bevöl­ke­rung bereit ist, eine Par­tei zu wäh­len, die zumin­dest ver­ein­zelt offen rechts­extrem agiert. 

Viel­leicht soll­ten sich füh­ren­de Reprä­sen­tan­ten anhö­ren, wie ein Groß­teil ihrer Wäh­ler die bis­he­ri­ge Poli­tik sieht. Wenn ein Volk bereit ist, einer Par­tei wie der AFD die Stim­me zu geben und damit in der Wahr­neh­mung viel­leicht sogar einen neu­en Natio­nal­so­zia­lis­mus akzep­tiert, dann muss das, von der Poli­tik der eta­blier­ten Par­tei­en kommt, offen­sicht­lich für die Wäh­ler völ­lig ver­stö­rend sein.

Dabei ist es egal, inwie­weit und ob Ursa­che und Wir­kung wirk­lich zusam­men­hän­gen, was zählt, sind die Umstände:

    Die deut­sche Wirt­schaft befin­det sich in einer Rezes­si­on

Das sind nur eini­ge Argu­men­te, die die Wäh­ler­schaft mit der der­zei­ti­gen Regie­rung in Ver­bin­dung bringt. Die Aus­wir­kun­gen der Poli­tik in der Bun­des­re­gie­rung könn­te womög­lich mit zukünf­ti­gen Wah­len nicht dras­ti­scher sein. 

Wenn das Sys­tem der par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie erst aus­ge­höhlt ist, weil man eine par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit auf­grund eines Wahl­er­fol­ges der AFD nicht mehr zusam­men­be­kommt, ist die Staats­kri­se da. 

Und das hat­ten wir schon.

2 Comments Regierende Hasardeure

  1. Dr. Nerd

    Hi Peter,
    2 Doo­fe — 1 Gedan­ke — schein­bar sehen wir bei­de eine Bedro­hung der Demo­kra­tie durch die AfD — doch eigent­lich kann die AfD ja nur des­halb so stark sein, weil unse­re Ampel-Regie­rung so schlecht ist. Wenn von den Poli­ti­kern kei­ner Umfra­gen liest, und glaubt, das wird schon gut gehen, dann soll­ten die wirk­lich alle zurück­tre­ten — und Platz machen für Poli­ti­ker, die viel­leicht noch unver­dor­ben sin, nicht irgend­wel­cher Lob­by hörig, son­dern die­sem Land und den Bür­ger wirk­lich die­nen — und nicht nur dar­auf bedacht zu sein sich sel­ber die Taschen voll zu stopfen.
    Was das Hei­zungs­ge­setz angeht — da schreibt der “Volks­ver­pet­zer” wohl ganz rich­tig, dass das wohl nie­mand, der es ver­teu­felt, tat­säch­lich gele­sen hat — oder ver­stan­den (da sind wir wie­der bei den Viert­kläss­lern mit Schreib-Leseschwäche).
    Es wird Instru­men­ta­li­siert, für Pole­mik miss­braucht und wah­re Schre­ckens­sze­na­ri­en dar­um gespon­nen. Stich­wort “Gril­len” und “zwang­haf­ter Vega­ner”. Da sprach doch der lie­be Herr Söder: “„Die Grü­nen haben die Phi­lo­so­phie, zu ver­bie­ten und umzu­er­zie­hen. Und wir wol­len nicht, dass unser Land den gan­zen Tag von eini­gen weni­gen grü­nen Funk­tio­nä­ren umer­zo­gen wird“”
    Wer so auf Stim­men­fang geht, der muss sich nicht wun­dern, wenn die Stim­men bei den Nazis landen..

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    1. Peter Lohren

      Hey Peter,

      ja, der Gedan­ke kann nicht oft genug wie­der­holt wer­den in der heu­ti­gen Zeit. Das Heiz­ge­setz kann aller­dings so gut nicht sein, wenn es von Fach­leu­ten kri­ti­siert wird. Wär­me­pum­pen sind sicher­lich ers­te Wahl bei Neu­bau­ten, für alte Häu­ser funk­tio­nie­ren sie natür­lich auch, sind aber schlicht­weg inef­fi­zi­ent ob des enor­men Strom­ver­brauchs, zumin­dest im Win­ter. (Aus­sa­ge eines Fach­manns für Wär­me­pum­pen) Aber das nur am Ran­de, denn natür­lich sehe ich, wie Du auch, die Instru­men­ta­li­sie­rung durch die AFD und damit einen schlei­chen­den Rechts­ruck in der Bun­des­re­pu­blik als eine real exis­tie­ren­de Gefahr. Das müs­sen die Regie­run­gen erken­nen und ent­spre­chend han­deln, die SPD hat dazu — was das Heiz­ge­setz angeht — einen ver­nünf­ti­gen Kom­pro­miss­vor­schlag gemacht. Ich bin gespannt. https://www.tagesspiegel.de/politik/kompromis-im-heizungsstreit-spd-mochte-warmepumpen-nur-in-neubauten-verpflichtend-9959046.html

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